Kindersachen

Ein großes Menschen(s)kind in Grün

SewAlongNoch läuft das Finale des Menschen(s)kinder-Sew-Alongs mit Volldampf, und so kann ich dort das dritte Outfit verlinken: Jeans, T-Shirt und Socken für den kleinen Stöpsel.

Ihr könnt eure Beiträge auch gern noch eine gute Woche lang verlinken, und zwar hier:

Der kleine Stöpsel verschleißt in atemberaubendem Tempo lange Hosen. Ich bin gespannt, wie das jetzt im Sommer wird, wenn da die nackten Knie betroffen sind, aber lange Hosen halten niemals länger als sechs Monate. Meist ist nach drei bis vier Monaten das linke Knie durchgescheuert. Immer nur links. Wir finden nicht raus, wie er das macht. Ändert aber auch nichts: Er braucht dann neue. Wenn die Hosen sehr gut passen, bügle ich manchmal Flicken auf, die verlängern die Lebensdauer um etwa vier Kita-Tage.

Als ich den kleinen Stöpsel nun gefragt habe, was er sich für Hosen wünscht, kam ohne Zögern: „Eine grüne Jeans.“ Ich habe also auf dem Stoffmarkt grünen Jeansstoff mit Dehnungsanteil gekauft und mich daran gemacht, daraus eine Kinderhose Jonne von Näähglück zuzuschneiden. Den aktuellen Maßen nach hätte ich Länge 128 und Weite 116 zuschneiden müssen. Ich wollte aber ein bisschen Zuwachs und maximale Bewegungsfreiheit, ohne dass die Hose runterrutscht. Also habe ich mich dafür entschieden, Länge 134 und Weite 128 zuzuschneiden, dafür aber den Hosengummi oben kürzer zu berechnen, damit die Hose am Bauch hält.DSC_0014Der kleine Stöpsel transportiert, im Gegensatz zu seinem kleinen Bruder, nicht mehr besonders viele Steine und Autos in den Taschen, sondern meist nur noch Münzfunde und kleine Flummis. Ich fand, dass dafür eine Eingrifftasche reicht. Die im Schnittmuster vorgesehenen Po-Taschen gefallen mir optisch extrem gut, ich finde sie aber vollkommen unpraktisch, weil meine Jungs nichts in die hinteren Hosentaschen stecken. Das führte dazu, dass ich Taschenklappen als Deko zugeschnitten habe, aber keine Hosentaschen hinten. Damit hatte ich eine ziemlich ausgedünnte Auswahl an Schnittteilen, aber aus meiner Sicht die perfekte Hose.DSC_0008Das linke Hosenbein habe ich mit einigen Sternen aus Flockfolie bebügelt und die eine Hosentasche nach rechts gesetzt, weil der kleine Stöpsel Rechtshänder ist. An die Taschenklappen habe ich schlichte orangefarbene Paspel genäht, die dann aber nicht mehr für die Paspel am Hosensattel gereicht hat. Da habe ich deshalb weiche, dehnbare dunkelgrüne Paspel genommen, die aus meiner Sicht noch den Vorteil hat, dass man sich gemütlich draufsetzen kann, weil sie nicht drückt.DSC_0380Die Taschenklappen hätten ein bisschen abgestanden, wenn ich sie sich selbst überlassen hätte, deshalb habe ich einen weiblichen Druckknopf einfach auf das rückwärtige Hosenbein gesetzt und die Taschenklappen damit fixiert. Auf den Taschenklappen sitzen Jersey-Kappen von Tigerlilly; ich habe dort im Frühling einen Beutel mit 200 farblich gemischten Kappen bestellt und wühle die immer genüsslich durch, wenn ich irgendwo dekorative Druckknöpfe brauche.

Richtig schwierig ist die Kinderhose Jonne nicht, aber sie hat eben doch relativ viele Teile (auch noch, wenn man – wie ich – ausgedünnt hat), und man muss sich beim Nähen von Taschen und Sattel ein bisschen konzentrieren, damit man keine Tasche zunäht. Ich habe mit der Overlockmaschine versäubert und mit der Nähmaschine gearbeitet, weil sich der Stoff beim Waschen an den Kanten ein bisschen aufgeribbelt hatte und ich diese Hose haltbar haben wollte. Die Schrittnähte habe ich von außen abgesteppt; erstens fand ich das hübsch und zweitens sicherer, wenn ich mir ansehe, wie der kleine Stöpsel klettert und spielt.DSC_0014Die Hosenbeine sind versäubert und mit Geradstich gesäumt, da war nichts Besonderes zu vermerken. Den Hosenbund wollte ich mit Gummiband in einem Saumstreifen arbeiten. Ich kann nicht leiden, wenn sich der Gummi im Hosenbund verdreht. Deshalb habe ich den Saumstreifen etwas flacher zugeschnitten, das Gummiband zum Ring geschlossen, eingelegt und beim Annähen mitgefasst. Das war die volle Pleite. Es ist so weich, dass es beim Stoff nicht gegenhalten konnte und in der Dehnung geblieben ist. Der kleine Stöpsel hat die Hose anprobiert, und da hätte ich beide Fäuste und Füße oben mit reinstecken können.DSC_0007Also habe ich, innerlich heftig fluchend, die Overlocknaht am Bund wieder aufgetrennt, einen neuen, höheren Saumstreifen zugeschnitten, ein neues Gummiband, und habe – wie das in der Anleitung auch vorgesehen ist – einen leeren Saumstreifen angenäht. Da war ich offenbar schon müde und habe ihn von außen statt innen angenäht, hatte folglich die Naht auf der rechten Seite. Das Auftrennen habe ich sofort erledigt, damit ich die Hose nicht für immer als Unglücksprojekt verfluche. Nachdem der Saumstreifen im dritten Anlauf verwendbar an der Hose war, habe ich das Gummiband eingezogen und zum Ring geschlossen. Am Ende hat sich das Fluchen, Trennen und Verbessern wirklich gelohnt, ich finde die Hose jetzt perfekt und bin stolz drauf. Noch ist sie zwar deutlich zu groß, aber das ist ja nur eine Frage der Zeit.DSC_0009Da ich wusste, dass ich mit der Hose ein bisschen zu tun habe, hat der kleine Stöpsel dazu zwei schlichtere Teile bekommen, nämlich ein Raglanshirt Tunturi und Socken Jalka. Dafür hatte ich gestreiften Stoffonkel-Jersey in „lime-grau“ gewählt, damit die Hose nicht neben zu buntem Stoff verblasst.

So ein Tunturi schaffe ich inzwischen innerhalb von 30 Minuten, wenn nichts Besonderes dabei zu beachten ist. Näähglück-Raglan-Schnitte sind aber in aller Regel so konzipiert, dass man perfekte Streifen-Übergänge an den Raglannähten erreichen kann, wenn man sich beim Zuschneiden Mühe gibt. Diesen Ehrgeiz hatte ich dieses Mal und habe mir deshalb ein bisschen mehr Zeit beim Schneiden gelassen. Ich hätte genug Stoff gehabt, um die Ärmel am Rückenteil zu lassen (der Schnitt bietet die Möglichkeit, das Shirt aus nur zwei Teilen zusammenzusetzen), aber ich wollte vier perfekte Streifenübergänge.DSC_0018 (2)Dass das am Ende geklappt hat, hat mich tierisch gefreut. Wäre auch kein Drama gewesen, wenn das Kind mit versetzten Streifen rumgelaufen wäre, aber ich fühle mich belohnt, wenn ich mir Mühe gebe und damit das gewünschte Ergebnis ernte.

Auf das Vorderteil habe ich auch noch mal ein paar Flockfolien-Sterne gebügelt, damit der „Set“-Gedanke aus dem Sew-Along deutlicher wird. Das Shirt ist schon Größe 134 und sitzt noch eher üppig, aber ich habe extra die schmale Variante genutzt und finde, Kinderoberteile dürfen ruhig lockerer sitzen.

Die Socken sind dann auch wieder ein zehn-Minuten-Projekt. Dadurch, dass die Ferse mit einem Abnäher konstruiert ist, hatte ich gar nicht die Illusion, dass die Streifen auf der gesamten Sockenlänge zusammenpassen könnten, und fand das an den Füßen auch nicht wirklich kriegsentscheidend.DSC_0002Die Bündchen habe ich etwas schmaler geschnitten als vorgesehen, weil die letzten Socken immer ein bisschen gerutscht sind. Das kann an meiner Bündchen-Qualität gelegen haben, aber ich habe hier auch einen undefinierten Rest verwendet (Flaschengrün gab es bei mir nicht) und wollte Socken, die halten.

Das fertige Set finde ich irgendwie „große-Kinder-cool“. Meist ist mein kleiner Stöpsel noch ein kleiner Junge, aber manchmal eben doch auch schon groß, und ich finde, dass dieses Set dafür perfekt passt. Es hat Fühl-Sterne für kleine-Stöpsel-Momente, schicke Hosen-Hingucker für große-Kinder-Zeiten, und es ist etwas Besonderes, ohne aufdringlich zu sein. Mit diesem Projekt bin ich wirklich äußerst zufrieden!

Verlinkt zu creadienstag, DienstagsDinge, Handmade on Tuesday, der Bio-Linkparty, Selbermachen macht glücklich und Auf Streifzug

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8 Kommentare zu „Ein großes Menschen(s)kind in Grün

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