Allgemein · Für Erwachsene

Komm, lieber Mai…

Mitte April habe ich eine nette Mail von der Content Managerin von Talu bekommen, die mich zum Nähwettbewerb der DIY-Seite talu.de eingeladen hat. Das Motto ist „Winter ade“. Mitte April war meine Näh-Liste für unseren Urlaub in den ersten drei Mai-Wochen noch sehr lang, deshalb habe ich mein Projekt auf nach dem Urlaub verschoben. Ich hatte aber, ganz überraschend, sofort eine Idee und wollte unbedingt mitmachen.

Normalerweise bin ich maximal durchschnittlich kreativ. Vor meinem inneren Auge entstand bei „Winter ade“ und „Frühling begrüßen“ sofort ein T-Shirt: Schlichter Schnitt, darauf ein Baum, Blumen, Gras, alles appliziert. Die Idee hielt sich mehr als einen Monat lang, bis ich dazu kam, sie umzusetzen.

Eigentlich hasse ich Applizieren. Geduld ist nämlich nicht mein zweiter Vorname. Also wollte ich ein Shirt nähen, das jetzt im siebten Schwangerschaftsmonat passt, aber auch danach noch, damit sich der Aufwand lohnt. In meiner aktuellen Garderobe trifft das nur auf „my simply summer“ von Schaumzucker zu, ein Oberteil aus zwei Teilen mit angeschnittenen Ärmeln und relativ langem Rumpf. Das sollte es deshalb werden.DSC_1035Ich habe also Vorder- und Rückenteil aus beige-braun meliertem Jersey zugeschnitten – eine komische Buddelkastenfarbe, die schon lange in meinem Stoffregal liegt, die ich aber als unaufdringlichen Hintergrund für mein großes Applikationsvorhaben prima fand. Und dann begann das große Bügeln mit einem riesigen Bogen Vliesofix. Ich habe erst mal Hilfestellung zu der Frage, wie man einen Baumstamm malt, in den Bilderbüchern der kleinen Stöpsel gesucht. Meine Skizze habe ich auf Butterbrotpapier gemacht, damit in etwa ausgeschnitten, wieviel von dem braun-weißen Jersey meiner Wahl ich für den Stamm brauche, und das Stück mit Vliesofix bebügelt. Danach habe ich mit der Baumstamm-Skizze abgeschätzt, wie groß die Baumkrone sein muss, und weitergebügelt.DSC_1030Meine Stoffreste waren zwei Sorten Streifenjersey vom Stoffonkel, Melange-Jersey in Papageigrün von Lillestoff, der Eisenbahn-Jersey von Graziela, aus dem ich die Blumen ohne Eisenbahnen ausgeschnitten habe, ein Stück Streifenbündchen und ein Streifen grüner Viskosejersey.DSC_1034Ich habe einen ganzen Abend lang Vliesofix aufgebügelt, Teile ausgeschnitten und auf das Vorderteil gebügelt. Irgendwann nach der Baumkrone hatte mich das Fieber gepackt, als ich voller Stolz festgestellt hatte, dass ich ausnahmsweise mal keinen Denkfehler hatte. Stamm und Baumkrone waren richtig bebügelt, richtigrum ausgeschnitten und passten zusammen. Halleluja!DSC_1037Am nächsten Tag habe ich alle aufgebügelten Teile noch mal festgesteppt und kam mir seeeehr ordentlich vor, wie ich da mit meinen zig Garnrollen saß, damit auch ja jedes Teil seine passende Farbe bekommt. Die Grashalme waren eine echte Fleißarbeit, und ich habe zwischendurch doch mal geflucht, warum ich eigentlich meinte, die Grashalme überlappend aufbügeln zu müssen. Jedes Mal wieder Verriegeln und Weiterrücken…DSC_1028Das Shirt selbst näht sich erwartungsgemäß einfach. Da ich mit gebogenen Säumen und den Ärmelkanten von angeschnittenen Ärmeln immer ein bisschen kämpfe, habe ich Vorder- und Rückenteil vor dem Aneinandernähen gesäumt und das bei den Ärmeln ähnlich gemacht. Ich habe die Schulternähte geschlossen, dann aber die Ärmel als offene Kante gesäumt und erst am Schluss die Seiten zugenäht.DSC_1031Über das fertige Winter-ade-Projekt freu ich mich tierisch, weil ich damit mal so richtig aus meiner Komfortzone gegangen bin. Ich habe gemalt, gebügelt und appliziert, und zwar frei Hand und mit Spaß dran. Das hätte ich vorher nie gedacht. Klar freu ich mich jetzt, wenn das Shirt im Wettbewerb auch anderen gefällt, aber vor allem hat sich das Mitmachen für mich wegen des Freu-Effekts am Ende gelohnt.

Einziger Lerneffekt. Das nächste Mal würde ich an den großen Stücken (Baumkrone und Stamm) vielleicht nur die Ränder bebügeln, damit es fixiert ist, und dann aufsteppen. Das Shirt ist dort jetzt ganz schön steif. Vielleicht gibt sich das aber noch mit mehrfachem Tragen und Waschen.DSC_1036

Verlinkt zum creadienstag, zu Handmade on Tuesday, DienstagsDinge, der Stoffresteparty, der Linkparty Applikationen und der Kugelbauch-Linkparty

8 Kommentare zu „Komm, lieber Mai…

    1. Pfff, Karin, das musst du gerade sagen. Warst du nicht die, die in mühevollster Kleinarbeit 24 Häuser für den Advent genäht hat? Da werde ich nie hinkommen, das ist viel mehr Aufwand und Geduldsprobe!
      Aber danke für das Lob!
      Liebe Grüße!

      Gefällt 1 Person

    1. Na aber das sind ja nicht so kleine Teile wie bei deinen Tieren, das ist doch viel weniger kompliziert! Ich freu mich einfach, dass das Shirt genauso geworden ist wie ich mir das seit April vorstelle. Solche Projekte hab ich selten, meist klappt irgendwas nicht.
      Danke für das Lob, Tina!

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