Für Erwachsene

Cardigan Mr Torvi als Kuscheljacke

Manchmal, wenn ich sehe, wieviele Nähwerke in den Kinderschränken landen und wie wenige im Schrank des Stöpsel-Papas, überkommt mich ein leicht schlechtes Gewissen. Aus so einem Moment heraus habe ich das Ebook Mr Torvi von Annas Country gekauft und dem Stöpsel-Papa Stoffe vorgelegt. Überraschungen habe ich mir abgewöhnt, nachdem sie ziemlich durchgehend mit „Aha“ oder „Hmm“ beurteilt wurden.

Wir haben uns auf einen blaumelierten Kuschelsweat mit dunkelblauem Bündchen geeinigt, und ich habe auf Wunsch dazu schlichte helle Holzknöpfe gekauft. Mr Torvi ist laut Ebook als dünner, körpernaher Cardigan gedacht, und darum habe ich Vorder- und Rückenteil um je drei Zentimeter verbreitert. Das hat wohl ziemlich gut gestimmt.

Die Größentabelle für Mr Torvi finde ich allerdings insgesamt total bescheuert. Der Schnitt geht von XS bis XXL, und dabei wird davon ausgegangen, dass der Durchschnittsmann mit Größe XS zwischen 168 und 173 cm groß ist, der XXL-Träger durchschnittlich 182 bis 186. Was soll das denn? Damengrößen sind immer für die gleiche Körperlänge und nur verschiedene Volumina gradiert, ich weiß also, dass ich immer von der Standardgröße 168 auf meine 184 cm anpassen muss. Nach dieser Tabelle müsste ich davon ausgehen, dass Männer immer entweder Trabrennjockeys oder Kugelstoßer sind. Dabei haben die doch genauso viele verschiedene Körperformen wie Frauen, oder?

Der Stöpsel-Papa trägt meist Größe M, ist aber zehn Zentimeter länger als die Größe, die ihm damit in der Tabelle zugeschrieben würde. Ich habe daher Jacke und Ärmel um je fünf Zentimeter verlängert. Im Rumpf hätte es am Ende weniger sein können, aber es sieht auch nicht seltsam aus, insofern bin ich damit doch zufrieden.

Im Unterschied zur Kinder-Torvi-Jacke, bei der das Vorderkanten-Bündchen mit viel Überschuss kalkuliert ist und man einfach drauflosnäht, habe ich hier lieber mal vorher gesteckt. Ich hatte an einem Ende zwei Zentimeter Überschuss und habe die vorher abgeschnitten, damit ich eine Chance habe, saubere Abschlüsse an der Vorderkante zu ernten. Das klappte bei den Little Torvis bisher nicht.

Die Abschlüsse haben ordentlich geklappt, und ich bin auch ziemlich erfreut über die Knopfleiste. Bisher habe ich immer Frust geschoben, wenn ich versucht habe, Knöpfe und Löcher auf Bündchen mit der Nähmaschine zu nähen. Dieses Mal habe ich es gar nicht erst versucht, sondern die Knöpfe gleich mit der Hand angenäht, dann mit Schneiderkreide die notwendigen Löcher angezeichnet und die mit dem Dreifach-Geradstich genäht. Vielleicht ist das nicht die eleganteste Lösung, aber es hat frustfrei geklappt.

Voll daneben war im ersten Anlauf nur die Rückseite. Ich habe das Label ungefähr in der Mitte festgehalten und aufgenäht. Eindeutig hatte ich dabei einen fetten Knick in der Optik. Das Label ist total windschief. Mal sehen, ob ich das aushalte oder es mich an der Ehre kratzt und ich es noch mal abtrenne.

Mit der Passform bin ich aber zufrieden, und dieses Mal hat nicht mal der Stöpsel-Papa was zu meckern. Übrigens fällt mir bei diesem Bild ein, dass sich später rausgestellt hat, warum die Zuhause-Hose für die Elternzeit so viel zu groß war: Ich habe die Größe von der Hose abgenommen, die er auf diesem Bild anhat. Und die sitzt ja mal auch nicht besonders toll. Also konnte ich nichts dafür, dass die Zuhause-Hose so riesig war. Selbst schuld, wenn man Hosen ohne Anprobieren kauft!

2 Kommentare zu „Cardigan Mr Torvi als Kuscheljacke

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