Kindersachen

Shorts im Glück: Gruß an die Achtziger

Im Designnähen für den Hosenschnitt Wilde Möhre von Firlefanz war ich gedanklich fest in der Reihe für die Shorts-Variante. Bis dann die Schnitterstellerin schrieb, dass die Shorts-Version aus ihrer Sicht eher nicht so für Jungs sei, weil zu kurz. Das hätte ich dem großen Stöpsel nicht verkaufen können, der freute sich schon tierisch auf kurze Hosen. Und kurz ist bei ihm richtig kurz.

Ich habe also bei der Designerin angefragt, ob ich die Shorts auch für einen Jungen nähen könnte, und grünes Licht bekommen. Für den ersten Versuch habe ich einen Sommersweat aus der HHL-Mono-Serie von Albstoffe gewählt, eher schlicht und schwarz-weiß. Angesichts der komplizierten Maße des Bohnenstange-mit-Muskelpo-Kindes war mir dehnbar lieber.

Die Anleitung für die dehnbare Variante finde ich absolut anfängertauglich und super bebildert; das Nähen hat komplett pannenfrei geklappt. Ich hatte insgesamt Weite 134 gewählt und nur auf 140 verlängert. Das führt zu ziemlich weiten Beinausschnitten. Eigentlich soll die Shorts an den Beinen anliegen. Dem großen Stöpsel macht das nichts, er findet die Hose super.

Genäht habe ich die Version mit Belegen im Hosenbein. Vielleicht wäre ein Krempelsaum weniger steif, das könnte ich noch mal ausprobieren. Aber insgesamt bin ich sehr zufrieden. Auch die weißen Kontrastnähte, die ich in einem Anflug von Todesmut verwendet habe, gefallen mir gut. Schwarz wäre eindeutig die sichere Bank gewesen, hätte die Hose aber etwas langweilig gemacht.

Passend zur farblosen Hose habe ich ein T-Shirt nach dem Freebook Immergrün aus grauem Jersey genäht. Damit es nicht nach Schlafanzug aussieht, habe ich eine Bügelfolie von Stoffonkel ausgekramt und schief aufgebügelt. Damit findet sich der große Stöpsel todschick.

Der Stöpsel-Papa musste total lachen, als er die Bilder gesehen hat, und meinte, dass das Kind damit einwandfrei in die Achtziger gepasst hätte. Ganz unrecht hat er nicht, gebe ich zu. Macht mir aber nichts. So lange sich das Kind wohl fühlt, ist doch alles in Ordnung. Oder?

Das Schnittmuster „Wilde Möhre“ hatte ich schon selbst gekauft, hätte es für das Designnähen aber auch kostenlos bekommen.

Verlinkt zu Menschen(s)kinder, Creative Lover, Handmade on Tuesday, creadienstag und Dings vom Dienstag

10 Kommentare zu „Shorts im Glück: Gruß an die Achtziger

  1. Guten Morgen, die Shorts und das Shirt gefallen mir richtig gut. Für den Hochsommer ist die Kombi perfekt.
    Dein Post lässt mich hier gerade sehr nachdenklich werden. Die Schnitterstellerin sagt, die Shorts sei für Mädchen, weil sie so kurz sei? Was ist das für ein Quatsch? Das ist wie mit den UV-Schutz-Klamotten: Hose bis zum Knie für die Jungs, knappes Bikini-Höschen bei den Mädels. Völliger Blödsinn – gerade bei UV-Schutz-Klamotten. Warum sollen Mädchen mehr Bein zeigen? Das erfüllt für mich jedes Gender-Klischee.
    Viele Grüße von Xenia

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    1. Ja – mich hat genau das auch schockiert … in meinen Augen nur Fragezeichen … das kann ich auch überhaupt nicht nachvollziehen. Aber die Hose an sich finde ich cool und letztlich zählt nur, ob sich das Kind darin wohl fühlt. Liebe Grüße Ingrid

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      1. Nee, ich versteh das auch nicht. So oder so entscheidet doch jede/r selbst, was er/sie sich oder seinem Kind anzieht, oder? Da ist mir in beide Richtungen egal, für wen der Schnitt gedacht ist. Aber gut, vielleicht hatte sie schlechte Erfahrungen mit Meckertanten gemacht. Keine Ahnung…
        Liebe Grüße!

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    2. Hallo Xenia,
      ich habe auch geschluckt und einen Tag sacken lassen, bevor ich gefragt habe, ob auch mein Sohn Shorts tragen könnte. Das Foto ist übrigens am Ende superklein auf der letzten Seite des Ebooks gelandet. Firlefanz macht ja tatsächlich auch eher verspielte Mädchensachen, aber das Argument fand ich trotzdem komisch: Sie wollte vorbeugen, dass Mütter sich im Probenähen zum Nähen der Shorts gedrängt fühlen, obwohl sie sie für ihre Söhne zu kurz finden. Ich glaube, wir haken das ab, oder??
      Viele Grüße!

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  2. Servus Meike!
    Ich freue mich, dass du die Short – die definitiv an „früher“ erinnert, was dem Schick aber keinen Abbruch tut – plus Shirt beim DvD zeigst! Eine schöne Woche und liebe Grüße!
    ELFi

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  3. Haha! Haben wir echt nur so kurze Buxen getragen?
    Herrlich in jedem Fall, wie luftig das an den Beinen ist!
    Werde ich für meinen Sohnemann nachmachen.
    Für das Tochterkind auch.
    Grüße Christina

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  4. Also ich finde die Hose toll, mein Sohn trägt sehr gerne so kurze Shorts. Zum Teil sogar Originale aus den 80ern. Warum die nix für Jungs sein sollen erschließt sich mir nicht. Genauso wenig, warum Mädels dauernd, Shorts oder Radler unter Kleidern tragen sollen, dann sieht man eben mal ne Unterhose, na und…? Die meisten Kleidchen sind dafür eh zu lang.

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    1. Danke, Isa! Das mit den Leggings und Radlern unter Kleidern ist mir auch schon aufgefallen, und zwar nicht positiv. Als ich ein Kind war, durfte man noch „nur“ die Unterhose unter dem Kleid haben und hat das dann halt beim Schweinebaumeln an der Kletterstange festgehalten…

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