Kindersachen

15 Minuten für mehr Niveau

Puh, im Moment dauert es vom Entschluss, ein Stück Kleidung zu nähen, bis zum letzten Wort eines Blog-Eintrags ungefähr sechs Wochen. Schön wäre, wenn ich das auf Entschleunigung zurückführen könnte. Das liegt aber eher an zu vollgestopftem Alltag. Entschleunigung mache ich, wenn die Kinder ausgezogen sind…

Im Verlauf des Monats Juli habe ich zwei T-Shirts für Brüder genäht, die Freunde der großen kleinen Stöpsel sind. Die Mutter hatte sich Stoffe ausgesucht und wollte gern den Regenbogensterne-Jersey haben, für den der große Stöpsel in der Schule schon gehänselt wurde. Ich habe das als stillschweigende Solidaritätsbekundung empfunden und mich darüber gefreut. Deshalb wollte ich die Shirts besonders schön machen und habe Raglanshirts Pilvi von Näähglück geplant, die in der Kurzarm-Variante einen Ärmelabnäher mit Riegel haben.

Dieser Riegel kostet etwa fünfzehn Minuten Mehraufwand für den Abnäher, das Ausschneiden des Riegels und das Aufsteppen. Ich habe es einmal mit Zickzack-Stich und einmal mit Dreifach-Stich ausprobiert, bin mir aber auch jetzt noch nicht sicher, was ich schicker finde.

Abgesehen von dem Blickfang, den der Riegel bietet, finde ich, dass der Ärmel viel besser am spillerigen Arm sitzt als ohne den Abnäher. Der große Stöpsel war so nett, das Shirt mal probezutragen.

Ihm wäre das Shirt in der Bewegung schon zu kurz, aber sein bester Freund ist mehr als einen Kopf kleiner als er, da wird das wohl passen.

Ein bisschen ratlos bin und bleibe ich, warum die Einfassungen bei gekauften T-Shirts immer so viel flacher sind als bei mir, obwohl die auch manchmal mit Bündchenware gearbeitet sind. Ich hab einfach immer dicke Knubbel, auch wenn ich noch so gut vorher fixiere.

Die fertigen Brüder-T-Shirts fand ich trotzdem total erfreulich: bunt und kindgerecht und fröhlich. Ich habe sie immer noch nicht am Kind gesehen, aber ich freu mich schon allein daran, dass es Wunsch-T-Shirts waren, die mindestens die Mutter glücklich gemacht hat.

Verlinkt zu Menschen(s)kinder, The Creative Lover, Handmade on Tuesday, Dings vom Dienstag und creadienstag

10 Kommentare zu „15 Minuten für mehr Niveau

  1. Ich verzweifle auch an den Knubbeln. Mittlerweile schließe ich alle Schulter-/ Ärmelnähte vorab. Danach nähe ich den Einfassstreifen an. Ich beginne ein Stück neben der hinteren Mitte und lasse etwas Streifen überstehen, nähe 1x ringsum und schließe dann die kurze Naht, in der hinteren Mitte, im Einfassstreifen. Nahtzugaben auffalten. Danach klappe ich den Streifen ein und steppe ab. Dann ist der Übergang ganz flach.
    Die Vorgehensweise funktioniert aber wohl nur beim händischen Nähen, nicht mit dem Bandeinfasser.
    Ich hoffe, das war verständlich.

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    1. Hallo Ellen, das war prima verständlich, vielen Dank! Das sind sicher die Einfassungen mit dem saubereren Nahtübergang, aber ich bin nicht so wahnsinnig geduldig und habe ja genau deshalb den Bandeinfasser. Ich habe schon mehrfach gelesen, dass Menschen den Knubbel flachhämmern, damit er sich besser legt. Das habe ich noch nicht ausprobiert.
      Viele Grüße, Meike

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  2. Ich mochte die Knubbel auch nie und nähe daher immer die Einfassung als Ring und dann an das fertige Shirt, da kann ich die Stelle flach legen uns sie ist nicht mehr spürbar. Die Shirts finde ich mega, sie leuchten so schön und gehänselt für ein Streifenshirt (Regenbogen hin oder her), wie gaga ist die Welt eigentlich … ich mag es so, aber ich persönlich lieber ohne die Riegel ;-). LG Ingrid (wahnsinn wie lang das Kind schon ist … die wachsen wie Unkraut oder?).

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    1. Haaach, Ingrid, das stimmt schon, dass man mit einem Ring den Knubbel vermeidet. Aber einen Ring muss man zwingend stecken, und ich hab doch so wenig Geduld.
      Ich war auch sprachlos über die bescheuerten Kommentare. Aber seit dem Sommer ist der große Stöpsel in einer neuen Klasse, und da hat noch niemand etwas zu seiner Kleidung gesagt. Es gibt also doch noch Hoffnung…
      Die Riegel bräuchte ich persönlich auch nicht, sie verdecken nur die Arm-Abnäher. Aber ich könnte mal probieren, wie es mit sichtbarem Abnäher wirkt. Bei Brustabnähern setze ich ja auch keinen Riegel drüber 😉
      Liebe Grüße!

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      1. Ja teste das mal mit dem Abnäher und ähm … also ich stecke den Ring nicht wirklich einmal die vordere Mitte und dann hinten anfangen und nach Gefühl … hust … halt bisschen dilettantisch wie vieles bei mir .. 🙂

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  3. Die Regenbogenshirts würde unser Lauser bestimmt liebend gerne sofort anziehen – einfach wundervoll! Und sehr traurig, dass dein Kind in der Schule für so einen schönen Stoff gehänselt wurde. Das ist manchmal wirklich schwer nachzuvollziehen, was da in den kleinen Köpfen vor sich geht (und auch in vielen großen…). Zum Thema Einfassung: Bündchen nähe ich persönlich immer nur „normal“ an. Bei Einfassungen ist mir das auch immer zu knubbelig geworden, da ich den Nähfußdruck bei meiner Nähmaschine nicht verstellen kann, war ich auch insgesamt sonst nicht zufrieden, das hat sich zu sehr gewellt. Mit Jersey und einer innen offenen Einfassung klappt es aber. Sowohl Ingrids als auch Ellens Vorgehen haben dabei schon geklappt. Aber so, wie das bei dir auf den Bildern aussieht, würde mich das überhaupt nicht stören. Ich bewundere sehr, wie schön sauber die Einfassung bei dir aussieht 🙂
    LG Jana

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    1. Danke, Jana!
      Ja, das Hänseln hat mich auch ziemlich beschäftigt. Klar, wir wohnen in einem sehr wertkonservativen Umfeld, aber „bunt“ sollte doch trotzdem erlaubt sein, oder?
      Super finde ich, dass das Kind die Kleidung trotzdem weiter anzieht. Das freut mich immer wieder.
      Liebe Grüße, Meike

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  4. Liebe Meike,
    ich finde die Regenbogenshirts soooo schön und bin total entsetzt darüber, dass Kinder wegen solch eines Shirts gehänselt werden. Mit den Ärmelabnähern beim Pilvi habe ich ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Da kommt es sehr auf die Oberarme des Kindes an.
    Liebe Grüße
    Tina

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