Für Erwachsene

Norweger-Shirt Runa: Ausnahmsweise schwarz

Eins der Projekte im Näähglück-Adventskalender 2018, dessen Schnitte ich ab September testen durfte, ist von den klassischen Norweger-Pullovern inspiriert, die vom Kragen ausgehend so tolle Rundmuster haben: das Shirt „Runa“. Runa hat genauso einen runden Kragen, der bis über die Schultern reicht und den man auch teilen kann, um eine Art Musterverlauf zu erreichen, wenn man will. Das oberste Kragenteil hat eine Art Stehkragen.

Ich war echt skeptisch, ob so ein Shirt mit betonter Schulterpartie für meine Statur von Vorteil ist; ich erweitere alle Näähglück-Schnitte um fünf Zentimeter Schulterweite, weil ich erst dann eine für mich gute Passform erreiche. Außerdem musste ich mir erst mal von Sophie Kääriäinen, dem Kopf hinter Näähglück, Hilfe für die Frage holen, wie ich die Schultern korrekt erweitere, wenn es ja keine Ärmelnaht auf der Schulter gibt…

Angesichts meiner Skepsis habe ich im ersten Anlauf darauf verzichtet, mit bunten Stoffen ein Norwegermuster nachzubauen. Stattdessen habe ich, absolut untypisch, schwarze Stoffe aus dem Regal geholt. Schwarzen Stoffonkel-Jersey mit weißen Pünktchen und einfarbig schwarzen Lillestoff-Jersey. Am liebsten hätte ich zuerst ein Teil aus ollen, doofen Stoffen genäht, damit ich mich nachher nicht über vergeudete Stoffe ärgere, wenn es nicht passt. Aber erstens gibt das Leben mit dem Stöpselchen noch so wenig Freiraum her, dass ein Probestück schlichtweg zeitlich nicht drin war, und zweitens hab ich gar keine ollen, doofen Stoffe mehr. In den letzten Jahren hat Bio-Baumwolle die Oberhand im Stoffregal gewonnen, und die paar nicht-bio-Stoffe, die ich habe, sind geschenkte schöne für Kinder. Die gingen auch nicht.

Schwarz also. Den Runa-Kragen habe ich geteilt, weil ich das ja dann doch schick fand, auch in unbunt. Mein Shirt sollte nun gepunktet sein, dann einen schwarzen Ring haben und oben wieder gepunkteten Stoff. Laut Anleitung verbindet man erst die Kragenringe, und das ging problemlos, wenn man langsam genug arbeitet. Anschließend näht man Vorder- und Hinterkragen zusammen. Ich habe den Stehkragen schon an dieser Stelle gesäumt, damit ich nachher nicht das gesamte Shirt unter der Covermaschine durchziehen muss. Das Säumen ging trotz angepassten Differentialtransports wirklich blöd. Der Kragen ist vorn nach unten gewölbt und hinten nach oben, das steckt sich schon mal mistig, und durch den Differentialtransport ist der Saum nun weniger dehnbar. Da passt mein großer Kopf mit großer Nase echt nur auf Knirsch durch.

Den Rest fand ich unproblematisch zu nähen. Ein Meter reicht ja eigentlich nicht für ein Langarmshirt in meiner Größe und Länge, deshalb habe ich die Ärmel gestückelt und offensiv eine weiße Paspel eingesetzt. Das stört mich nicht.

Von der Passform und den Schultern war ich total positiv überrascht. Ich finde die Norweger-Optik tatsächlich gar nicht so schlecht an meinen breiten Schultern, und das Shirt sitzt dort auch sehr gut – schlägt keine unnötigen Falten und klemmt nicht.

Nicht so gelungen fand ich allerdings den Stehkragen. Der klappte beim Tragen sofort nach außen um und zeigt dann die ungefärbte Stoff-Innenseite wie auch die Saumnaht. Das gefällt mir überhaupt nicht. Vielleicht ginge das mit festen Stoffen besser, aber Runa ist für Jersey konzipiert. Für das Foto habe ich den Kragen extra noch mal schön an den Hals gelegt, aber er bleibt dort nicht liegen.

Außerdem sieht es zumindest bei mir wirklich gemein aus, wenn man diesen anliegenden Stehkragen von der Seite sieht. Das wirkt wie bucklige Tante, obwohl ich für eine dauertragende Stöpsel-Mama noch einen relativ geraden Rücken habe.

Weil sich dieses Urteil durch einen Großteil der Adventswerkstatt zog, gibt es für Runa jetzt noch eine andere Ausschnittlösung. Ich werde meinen Kragen wohl noch umarbeiten, ein weißes Bündchen dransetzen und das schwarz-weiß-schwarze Shirt dann zufrieden anziehen. Ich finde es nämlich sogar bürotauglich!

Nachtrag: Kurzerhand erledigt!

Verlinkt zu Selbermachen macht glücklich, Handmade on Tuesday, creadienstag, Dings vom Dienstag und I LOVE DOTS

Den Schnitt für das Shirt „Runa“ habe ich im Rahmen der Näähglück-Adventswerkstatt kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Meine Meinung dazu ist trotzdem ehrlich.

 

Ein Kommentar zu „Norweger-Shirt Runa: Ausnahmsweise schwarz

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