Für Erwachsene

Fake-Schick mit Leggings Essi

Im Alltag mit dem Stöpselchen bleibt im Moment nicht so wahnsinnig viel Zeit, mal Kleidung für mich selbst zu nähen. Schön sind da immer Linkpartys, die mich motivieren, und zwar in der Hauptsache der Me Made Mittwoch und Frau freut sich. MMM ist am Monatsanfang, Frau freut sich in der Monatsmitte, und das klappt nicht immer beides, aber für Frau freut sich im Dezember wollte ich mir eine schnelle Leggings nähen.

Seit der dritten Geburt hat sich ein gemütlicher Bauch-Rest bei mir etabliert, der mir noch etwa 85 Prozent meiner Hosen verwehrt. Deshalb trage ich im Moment gern Röcke oder Kleider mit Leggings, die sind da bequemer. Die allermeisten gekauften Leggings sind mir aber zu kurz, und da mir eine Leggings nicht so schwer vorkam, wollte ich mir eine ausreichend lange gönnen.

Ich habe schwarz-weiße Stoffonkel-Kuller aus dem Regal gezogen und den Näähglück-Schnitt Essi aufgelegt, der vor zwei oder drei Jahren im Näähglück-Adventskalender war. Ich habe nach der Maßtabelle (Taille, Hüfte, Oberschenkel) die Doppelgröße 40/42 gewählt, bin aber von der Hüfte zur Taille auf Größe 44 übergegangen. Zu knapp sollte das nicht sein.

Die Hose habe ich unten gesäumt und dann ein Gummiband um den Bauch gelegt. Das habe ich auf eine bequeme Weite gezogen und es dann sicherheitshalber einmal mit dem Leggings-Bund abgeglichen. Tja. Es war viel weiter als der Bund. Und dann brauche ich ja kein Gummiband, oder? Da Erweitern nicht ging, habe ich beschlossen, den Bund einfach nur zu säumen und drauf zu setzen, dass ihn der Bauchspeck an Ort und Stelle hält. Das ist bei meinem Rock mit Haargummi-Brücke nämlich auch so 😉

Die Leggings ist mega-eng. Ziemlich eindeutig habe ich den falschen Stoff gewählt und hätte einen mit deutlich mehr Elasthan gebraucht. Ich passe nämlich problemlos in die Maßtabelle, aber beim ersten Anziehen sind sowohl die Beinsäume als auch der Bauchsaum alle zehn Zentimeter gerissen. Dieses Knacken beim Anziehen war echt ernüchternd.

So schlimm sieht die Leggings angezogen gar nicht aus; von Weitem sieht man weder die gerissenen Säume noch die überbeanspruchten Nähte. Und lang genug ist sie dieses Mal auch. Wenn man sie allerdings von Nahem ansieht und vor allem den Bund einer genaueren Betrachtung unterzieht, dann kann man sie eigentlich unter den Titel „Frau freut sich“ gar nicht fassen. In der Perspektive sieht das wirklich aus wie Weißbrot auf Stelzen. Ich werde sie jetzt also wahrscheinlich anziehen, bis die Nähte vollkommen ausgerissen sind, und dann entweder eine viel größere nähen oder einen anderen Stoff aussuchen. Irgendwann muss das ja mal klappen mit einer passenden Leggings!

4 Kommentare zu „Fake-Schick mit Leggings Essi

  1. Deine Leggins sieht doch gar nicht so schlecht aus! Ganz im Gegenteil, mit Rock sieht sie super aus!!
    Ich habe mir auch schon mal eine Leggins genäht, nach dem EBook Jalka Mama von Näähglück. Die Schwierigkeit beim Leggins-Nähen ist die Stoffauswahl. Baumwolljersey mit 7% Elasthan ist perfekt! Weniger Elasthan wird zu eng. Beim Viskosejersey muss man mind. ein bis zwei Nummern kleiner nähen als in der Maßtabelle angegeben, sonst ist die Leggins später viel zu groß. …
    Wenn man das mal rausgefunden hat, kann man in die Massenproduktion starten 😬
    LG
    Nataz

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    1. Liebe Nataz, mit der Jalka hatte ich das gleiche Problem und habe offensichtlich nicht draus gelernt 😬. Auf deinen konstruktiven Kommentar hin habe ich direkt mal bei Stoffonkel nachgesehen: Deren Jerseys haben 5% Elasthan. Also müsste ich entweder mit Stoffonkel eine Nummer größer oder dieses Modell aus Viskosejersey nähen. Na ja, so lernt man aus Fehlern, wenn man sich denn an sie erinnert… Danke für deinen aufmunternden Kommentar und die guten Tipps! Viele Grüße, Meike

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  2. Liebe Meike, wie schade, dass Du bei der Leggins so ein Frusterlebnis hattest. Dabei sieht sie „aus der Ferne“ total schön aus! Aber natürlich ärgert einen das unendlich.
    Sehr hilfreich ist es, wenn in Schnittmustern Angaben zur Mindestdehnbarkeit des Stoffes gemacht werden (mancher Erstellerinnen machen hier Prozent-Angaben). Aber es gibt da auch eine Methode, anhand derer man herausfinden kann, wie dehnbar ein Stoff ist. Hier ist das ganz gut erklärt unter dem Punkt „Bestimmen der Elastizität – so geht’s“. Ich nehme an, dass der Stoff für eine Leggings mindestens bei 50 % sein müsste…vielleicht kannst Du das für das nächste Modell mal ausprobieren…
    Liebe Grüße und danke auch für Deine Verlinkung! Karin

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    1. Liebe Karin, du hast ja so recht. In den Näähglück-Ebooks gibt es immer einen Absatz zur Stoffwahl, und da ist auch meist etwas zur Elastizität erklärt. Das überlese ich konsequent arrogant und habe hier die Rechnung dafür bekommen. Gestern habe ich mir eineinhalb Meter Viskosejersey bestellt und werde einen weiteren Versuch unternehmen. Vielleicht klappt es ja damit.
      Liebe Grüße!
      Meike

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