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Aus alt und neu mach neu…

Für die kleinen Stöpsel hatten wir immer ab der Geburt Schlafsäcke für die Nacht. Beim ersten war das im Frühling ein Allwetterteil, beim zweiten im Herbst ein Daunen-Schlafsack. Ein Letzterer liegt auch für das neue Stöpselchen bereit, aber zum Geburtstermin im September kann es auch noch ziemlich warm sein. Deshalb wollte ich ein Ausweichmodell parat haben und habe mich entschlossen, einen zu nähen. Meine Wahl fiel auf Webware plus Frottee, das ist nicht zu warm, aber kuschelig.

Für das Futter habe ich ein altes Sauna-Handtuch zerlegt. Das habe ich mal geerbt und fand es schon immer unpraktisch, weil es kratzige Klettverschlüsse an einer langen Seite hat, die auch noch überall Fäden aus dem Frottee ziehen. Nach dem Schlafsack konnte ich noch fünf Waschhandschuhe daraus nähen und fand dann, dass ich es einer deutlich besseren Verwendung zugeführt habe.DSC_0072 (2)Genäht habe ich einen noch nicht veröffentlichten Schlafsack-Schnitt von Näähglück, der sich aber handwerklich näht wie die meisten Schlafsäcke: Reißverschluss an alle Teile nähen, Innensack mit Wendeöffnung schließen, Außensack schließen, beide Lagen am oberen Rand zusammennähen, wenden und Knöpfe dran.

Meine Herausforderung waren eher die sehr unterschiedlichen Stoffe. Der Außensack besteht aus japanischer Webware, mit deren Kauf ich nach dem Japan-Urlaub dann doch ein bisschen gehadert habe, weil ich unbedingt klassisch japanische Libellen hatte haben wollen, die Farben aber eigentlich gar nicht mag. Doof von mir. Für einen Schlafsack, den man hauptsächlich im Dunkeln nutzt, ist das aber fast egal…DSC_0097Der Frottee ist etwa dreimal so dick wie die Webware, und zu allem Überfluss dachte ich, der Reißverschlussfuß meiner Nähmaschine sei verschwunden, als ich mich an den Schlafsack gemacht habe. Der lag aber so lange zugeschnitten rum, dass er schon fast UFO-Status hatte, also wollte ich das auch nicht aufschieben. Das Einnähen des Reißverschlusses habe ich also mit normalem Nähfuß, Hoffen und Tasten erledigt. Die Seiten sind ungleich, aber der Reißverschluss ist schließbar. Und man sieht das auch nur am untersten Ende. Und wer guckt da schon?!DSC_0100Als ich am nächsten Tag einen Reißverschlussfuß nachbestellen wollte, habe ich entdeckt, dass der bei meiner neuen Nähmaschine einfach nur total anders aussieht als bisher gewohnt und ich ihn schlichtweg nicht erkannt hatte, ich Nuss.

An der Oberkante habe ich darauf verzichtet, die Nahtzugaben an den Rundungen einzuschneiden, und habe sie einfach überall gekürzt. Das hat beim Wenden ziemlich gut geklappt – dick ist der Schlafsack ohnehin. Da fallen wulstige Ränder auch nicht mehr auf.DSC_0096Voll stolz war ich, dass ich endlich mal geschafft habe, einen Endlos-Reißverschluss oben sauber enden zu lassen. Der Schieber rutscht nicht oben raus, es sieht ordentlich aus, und ich habe auch noch geschafft, diese End-Ecke vernünftig abzusteppen. Halleluja, es gibt Fortschritte mit Reißverschlüssen!DSC_0099 (2)Ein Tiefpunkt war das Knopfthema. Meine (neue!) Nähmaschine hat konsequent verweigert, mir Knopflöcher in den Frottee zu machen. Sie hat weder transportiert noch die Fäden auf den richtigen Seiten gelassen. Ich hatte also am Ende Knopflöcher mit einem Drittel der notwendigen Länge und Ober- und Unterfaden auf der Oberseite. Auch Umdrehen des Nähguts hat nicht geholfen. Am Ende habe ich die Knopflöcher mit Schneiderkreide aufgezeichnet, sie mit Dreifach-Geradstich genäht und nur noch die Knöpfe mit der Maschine angenäht. Auch da kam der Unterfaden mit hoch, aber das fällt nicht weiter auf.DSC_0098Den Schlafsack finde ich am Ende doch noch ganz schön. Das Rot wird nie meins werden, aber ich mochte immerhin die Libellen schon immer, und er fühlt sich angenehm kuschelig an. Außerdem kommt immer wieder ein bisschen Genugtuung auf, dass ich dieses blöde Saunatuch jetzt aus dem Badezimmer entfernt – und nicht weggeworfen! – habe.

Verlinkt zur Upcycling Linkparty, zu Menschen(s)kinder, Sew Mini und Nähzeit am Wochenende

5 Kommentare zu „Aus alt und neu mach neu…

  1. Was für ein schöner Schlafsack und ja, mir würde das Handtuch so auch viel besser gefallen. Das da ein Schnittmuster kommt muss ich mir gleich mal merken, denn ich mag ihre Schnitte und sowas ist doch ein tolle Babygeschenk. Die Kombi Frottee und Webware finde ich prima – Frottee hat sich bei mir zu einem echten Renner entwickelt: Für Pucksäcke, Babyhosen, Kuscheltiere, wirklich vielseitig und nie schwitzig! LG Ingrid

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    1. Danke, Ingrid! Ich hab keine Ahnung, für wann das Schnittmuster geplant ist, aber ich merke mir mal, dass ich dir Bescheid sage, wenn es interessant wird.
      Ja, dieser zig Mal gewaschene Frottee hat mich auch überzeugt. Der ist weich, gemütlich und kuschelig.
      Liebe Grüße!

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  2. Ich kann nur staunen wie schnell du wunderschöne Klamotten für dich und deine Lieben zauberst. Ich finde den Libellenstoff sehr schön, auch wenn er wirklich grell ist. Danke für all die tollen Anregungen für eigene Projekte 🙂

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