Kindersachen

Ich-will-auch-Anzug „mit Socken dran“

Geschwisterliebe ist ja was Schönes. Wunderschön, wirklich. Geschwisterkonkurrenz dagegen finde ich, so normal und gesund sie auch ist, meist ziemlich ätzend. Bei uns drückt sie sich, wie wohl in den meisten Familien, fast täglich in Kleidung und Spielsachen aus: „Ich will auch so was wie er!“ Ich finde, dass der kleine Stöpsel schon eher wenig auftragen „muss“, aber er hat trotzdem ständig das Gefühl, dass sein großer Bruder die schönsten Sachen zum Anziehen hat. Zuletzt war es „so ein Schlafanzug mit Socken dran“.

Dem großen Stöpsel hatte ich irgendwann im Frühling zwei einteilige Schlafanzüge mit Füßlingen genäht, als ich beim Probenähen für den Näähglück-Schnitt Haalari mitgemacht habe. Warum auch immer, hat der kleine Stöpsel nun Monate später entdeckt, dass sein Lebens- und Nachtglück ohne so einen Schlafanzug nicht perfekt sein kann. Ich habe mich breitschlagen lassen, weil er aus den Schlafanzügen in Größe 104 sowieso gerade rauswuchs.DSC_0083Nähen wollte ich Größe 110, und Haalari gibt es in zwei verschiedenen Varianten – für kleine und ganz kleine Leute. Eigentlich lag der Schnittmusterbogen für ganz kleine Menschen nur zum Abpausen für das Baby bereit. Aber 110 ist die vorletzte Größe darauf, das konnte ich deshalb einfach ausschneiden und war dann zu faul, vom großen Bogen abzupausen. Der Größenbereich von 98 bis 116 ist in beiden Schnittmustervarianten enthalten, nur gibt es zwischen dem kleinen „Pikku Haalari“ und dem großen Haalari ein paar Unterschiede im Schnitt (Windeldepot-Platz, Rückenteil im Bruch bzw. in zwei Teilen, Raglanärmel bzw. angeschnittene Ärmel). Die Unterschiede sieht der kleine Stöpsel nicht – Hauptsache, es sind Füßlinge dran.DSC_0072Darüber, wieviel Stoff man wohl für einen einteiligen Schlafanzug in der Größe braucht, habe ich gar nicht nachgedacht und munter in einen Meter Stoff geschnitten. Meine Wahl war auf den Stoffonkel-Biojersey Puckwal gefallen, den ich bei der Stoffonkel-Party im Mai ohne konkrete Projektplanung gekauft hatte. Nachdem ich das riesige Rückenteil im Bruch aufgelegt hatte, habe ich erschrocken überlegt, ob ein Meter überhaupt reichen kann. Unwahrscheinlich. Deshalb habe ich die Raglan-Teilungslinie auf dem Schnitt genutzt und die Ärmel doch separat ausgeschnitten. Und das ging schon nur mit Knirschen. Es blieb so wenig Reststoff, dass da nicht mal ein Body in Größe 56 bei rausgekommen wäre. Aber ich habe immerhin geschafft, die Streifenanschlüsse passend zu machen.DSC_0079Haalari habe ich inzwischen oft genug genäht, dass ich die Anleitung nicht mehr brauche. Das Aufwendigste daran sind das Kragenbündchen, das zwischen die Schichten der Knopfleiste genäht wird, und das Falten und Stecken der Knopfleisten selbst. Danach kommt keine größere Herausforderung mehr. Neu war für mich aber, dass ich dieses Mal Beinbündchen in die Füßlinge genäht habe. Das ist auch so vorgesehen, ich habe es bisher aber immer „geschwänzt“, weil die Füßlinge beim großen Stöpsel so gut saßen.DSC_0078Der große Haalari hat Füßlinge mit Fersennaht. Der kleine, den ich hier genäht habe, hat nur einfache, U-förmige Fußteile. Da war mir ein Bündchen doch lieber, damit nicht morgens ein heulender Aufschrei kommt, wenn sich nachts die Füße auf Kniehöhe verheddert haben. Man kann die Bündchen unter oder über die Füßlinge nähen, und optisch hätte ich sie auf der Außenseite schicker gefunden. Das war mir aber beim Nähen zu fummelig, deshalb sind sie doch innen gelandet.DSC_0075 (2)Am fertigen Anzug hat das erst mal was von Klumpfuß, finde ich.DSC_0074Wenn es allerdings am Fußgelenk sitzt, sieht es nach perfekter Passform aus. Schön, dass ich das doch mal ausprobiert habe.DSC_0082An den Beinen ist der Anzug noch ziemlich üppig, aber die Rumpflänge ist perfekt. Und der kleine Stöpsel ist seeehr glücklich mit dem „Anzug mit Socken dran“.DSC_0084 (2)Ich habe ausnahmsweise mal silberne Druckknopfkappen gewählt, weil ich kein passendes Blau hatte. Und der Anzug vereint schon drei Blau-Töne (Streifen, Tier-Illustrationen und Bündchen). Das reichte mir…DSC_0073

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10 Kommentare zu „Ich-will-auch-Anzug „mit Socken dran“

  1. Oh ja, Geschwisterkonkurrenz kann echt anstrengend sein. Bei uns geht es momentan, nur einen „Wischpulli“ (Wendepailletten) muss unbedingt noch her.
    Der Anzug mit Socken sieht aber sehr bequem aus und beschert hoffentlich schöne Träume.
    Liebe Grüße! Tina

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    1. Jaaa, ein Wendepailletten-T-Shirt für den Kurzen schiebe ich auch seit Wochen auf die lange Bank. Ich finde einfach keine schöne Applikation. Im Moment sind aber Brusttaschen noch wichtiger als Wendepailletten, und damit kann ich dienen…
      Liebe Grüße!
      Meike

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  2. das schöne an Geschwistern… immer das selbe haben wollen 🙂
    Ich kenne das Phänomen: ich durfte dann noch einige Superhelden-Schlafanzüge nähen (und als die Nachbarin das zweite Mädel bekam, habe ich in weiser Voraussicht gleich für beide Mädels aus dem selben Stoff einen Schlafanzug genäht).
    Einen supertollen Schlafanzug hast du da genäht! Und dein Kleiner scheint darüber sehr glücklich zu sein.
    Liebe Grüsse,
    Regula

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