Allgemein · Kindersachen

Spendenmarathon mit Frustergebnis

Im letzten Post des Jahres 2017, also hier, hatte ich schon mal geschrieben, wie sich bei mir die Stoffreste sammeln, seit meine kleinen Stöpsel für eine vollständige Resteverwertung zu groß sind. Immer mal wieder schicke ich Restepakete als Spenden an verschiedene Frühchen- und Sternenkinder-Initiativen, aber manchmal gefallen mir Stoffe so gut, dass ich mich nicht trennen kann, und manchmal habe ich einfach selbst Lust, kleine Sachen zu nähen. Ab Juli 2017 habe ich deshalb immer mal wieder Stoffreste zu Babysachen verarbeitet. Im Sommer habe ich dabei zunächst die beiden Freebooks „Kurze Pumphose“ in Größe 62 und „Baby-Pumphose“ von Lybstes verwendet und sicherheitshalber immer weniger als zehn Exemplare genäht, um nicht in einen lizenzpflichtigen Bereich zu kommen.DSC_0040DSC_0039Oft habe ich dabei auch wüst durcheinander Bündchenreste verwertet, dadurch sind die Hosen teilweise sehr bunt und haben fragwürdige Kombinationen. Aber gut, jeder Geschmack ist anders. Bei der ersten Resteverwertungs-Runde war etwa die Hälfte der Stücke aus Bio-Stoffen, meist Lillestoffen.

Aus den mittelgroßen Stücken habe ich Leggings nach dem Rosarosa-Schnitt Beinschmeicheleien zugeschnitten. Das war irgendwie nicht so ökonomisch, weil Leggings in meinem Verständnis unten gesäumt sind und kein Bündchen haben. In der kleinen Größe 74 wollte ich aber erst säumen und dann zusammennähen, damit es nicht so fummelig ist. Und das hat bedeutet, dass ich für Nähte von popeligen zehn bis fünfzehn Zentimetern immer die Fadenfarbe hätte wechseln müssen. Irgendwann habe ich kurzerhand alles mit Weiß gesäumt, damit ich mal fertig werde.DSC_0032Aus ganz kleinen Resten habe ich ein paar Knotenmützchen aus dem Klimperklein-Freebook gemacht. Bei dem Sternen-Glitzerstoff ist mir aufgefallen, dass man den nicht zum Säumen nach innen umschlagen kann, weil das Glitzerzeug kratzt und die meisten Babys ja mehr oder weniger kahlköpfig sind. Da habe ich den Schnitt etwas abgewandelt und ein Bündchen angesetzt.DSC_0038Im September habe ich dann mal rational überlegt, was ich mit den Sachen eigentlich machen soll. Eingestaubt helfen sie auch niemandem. Am Ende habe ich sie unserer Kirchengemeinde als Spende für den Weihnachtsmarkt angeboten, und die haben sich auch sehr gefreut. Bis Dezember habe ich dann fleißig weiter Stoffreste zu Babykleidung bis Größe 80 verarbeitet und dafür dann nur noch Näähglück-Schnitte verwendet, weil ich dafür eine Kleingewerbelizenz habe. Spenden sind zwar nach meinem Verständnis kein Gewerbe, aber ich wollte gar kein Ärger-Potenzial verursachen.

Aus den ganz kleinen Resten habe ich Babystrumpfhosen nach dem Schnitt Jalka in Größe 62 genäht. Das geht total schnell, weil man so wenige Nähte und nur ein Bündchen hat, und ich finde die kleinen Hosen zu niedlich.DSC_0031Mit den etwas größeren Stoffteilen habe ich mich an den Babyshirt-Schnitt Pilvi gesetzt, weil die Einzelteile da auch noch sehr überschaubar viel Stoff verbrauchen. Dafür fand ich die Knopfleisten ziemlich fummelig, aber in Größe 62 geht das Anziehen kaum ohne. Ging mir zumindest mit den kleinen Stöpseln so.DSC_0030Wo der Stoff gereicht hat, sind noch Pilvis in Größe 74 entstanden, da war das mit der Knopfleiste dann schon ein Stück leichter.DSC_0029Da, wo eigentlich noch ziemlich viel Stoff da war, der aber trotzdem genau nicht für eine Größe 98 oder 104 für das Stöpselchen gereicht hat, habe ich den Raglanschnitt Tunturi in Größe 74 genommen. Manche Langarm-Shirts habe ich dann komplett aus dem Jersey genäht, in anderen Fällen hätte das nicht gereicht, da habe ich Bündchen kombiniert.DSC_0028Für den kleinen Stöpsel hatte ich mal den Kinderschnitt Vohi ausprobiert, den ich witzig fand, weil Vorder- und Rückenteil gleich sind und Kinder ihn deshalb nur richtigrum anziehen können. Ich finde das ja übrigens auch sehr günstig für die Papas… Weil der Stoff knapp war, hatte ich die Größe 122 für den kleinen Stöpsel mit Bauchbündchen genäht. In der Größe gefiel mir das aber überhaupt nicht, deshalb ist das Shirt mit in den Spendenpool gewandert.DSC_0034Aus meinen Stoffresten habe ich aber noch einige Vohis in Größe 74 genäht, auch teilweise mit Bauchbündchen, und die finde ich superschön. Vielleicht teste ich das noch mal für das Stöpselchen in 98 oder 104, das wäre zwischen meinen beiden Testgrößen. Die Vohis und auch etliche andere Näähglück-Schnittmuster-Spendenstücke sind fast alle aus Biostoffen von Stoffonkel und Lillestoff genäht. Ich hatte kurz vorher ein Stoffonkel-Glückspaket bestellt, und alle Stoffstücke, die entweder für meine Jungs zu wenig waren oder nicht meinen Geschmack trafen, habe ich umgehend für dieses Projekt verarbeitet.DSC_0033Weil die Oberteile doch alle eher aufwendiger waren (also für Spendenkleidung, muss man ja in der Relation sehen), habe ich zusätzlich einen Stapel Kinderhosen nach dem Näähglück-Freebook genäht.DSC_0036Einen Großteil in 62/68, weil sich damit halbe Meter gut verbrauchen, manche aber auch in 74/80, wenn es gereicht hat.DSC_0035Das Schwerste fand ich an der ganzen Sache, Preise festzulegen. Auf einem Kirchen-Weihnachtsmarkt mit gemeinnützigem Gedanken sollte sich das jeder leisten können, aber es sollte auch ein finanzieller Nutzen für die sozialen Projekte entstehen. Ich habe am Ende mehrere Mütter mit Babys nach ihrer Meinung gefragt und einen Mittelwert genommen.

Zum Weihnachtsmarkt am ersten Advent bin ich mit 55 Kleidungsstücken gegangen. Fünf Stunden später habe ich 47 davon wieder nach Hause getragen. Ich war echt baff. Die Sachen hatte ich mit sechs bis zwölf Euro veranschlagt, das kam mir maßvoll vor, aber anscheinend war da gar kein Interesse. Na gut. Denn nich. Ein paar Sachen habe ich an Freundinnen mit „passenden“ Babys verschenkt. Wer bis hier gelesen hat und etwas von den Sachen gebrauchen kann, ist herzlich eingeladen, mir über das Kontaktformular zu schreiben. Ich verschicke die Stücke auf nette Anfrage hin gegen Porto…

Verlinkt zu Wir machen klar Schiff, Stoffresteparty, Menschen(s)kinder und der Bio-Linkparty

30 Kommentare zu „Spendenmarathon mit Frustergebnis

  1. Hallo Meike, ich finde es immer noch seltsam, dass deine schönen Sachen bei dem Basar so wenig Interesse gefunden haben. Bei uns sind die beiden Pullover ständig im Einsatz (T. sucht immer den „Taucher-Pulli“ für F. aus ;o) ) und die Zebra-(„Kuh“)Hose kriecht gerade an mir vorbei.
    Vielleicht finden die anderen Sachen ja auch noch begeisterte Abnehmer.
    Liebe Grüße! Tina

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  2. Liebe Meike,
    Vielleicht magst du deine tollen Sachen einfach direkt spenden ?
    Schau doch mal bei meinem Herzensprojekt „Pumpis für Herzis“ auf Fb und auf WordPress (im Aufbau) vorbei. Wir nähen für herzkranke Kinder die im Krankenhaus ums Leben kämpfen.
    Wir und die Kids würden sich sehr freuen ❤️
    GLG Mandy

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  3. Auf unserem Weihnachtsmarkt wurden viele genähte Sachen angeboten aber zu weit höheren Preisen. Schade dass du so wenig Erfolg hattest, mir gefallen sie sehr gut.

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  4. Hallo,
    das ist echt Schade das keine die Kleidung kaufen wollte.
    Leider ist meine Maus schon zu groß, sonst hätte ich es dir gern abgekauft.
    Viele Grüße und lass den Kopf nicht hängen!

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  5. Oh man, das ist aber wirklich frustrierend. Du hast so schöne Sache genäht, aber viele wissen die Arbeit dahinter eben nicht zu schätzen. Gibt es doch bei k…. usw. schon Shirts für 2 €.
    Echt schade, aber vielleicht findest du ja einen oder mehrere Abnehmer, die sich freuen.
    Hier werden diese Zuckersüßen Größen leider nicht mehr gebraucht.

    Liebe Grüße
    Sabrina

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  6. Liebe Meike,

    ich finde Deinen Einsatz total toll und kann das gar nicht verstehen; vielleicht einfach das „falsche“Publikum?
    Falls du noch zwei drei Sachen in 68/74 übrig hättest für einen Babyjungen, wäre das himmlisch. Wir würden uns sehr freuen.

    Alles Liebe
    Anka

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      1. Ich könnte mir das mit dem falschen Publikum auch gut vorstellen. Es gibt ja doch wohl kaum einen anderen Grund. Denn die Sachen sind toll.

        LG anja

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  7. Liebe Meike,

    das finde ich wirklich sehr schade. Es ist toll, wie du die Stoffe verarbeitet hast und was rausgekommen ist. Leider wissen viele nicht zu schätzen was an Arbeit und Liebe darin steckt und auch, was die Stoffe so kosten. Deine Preise sind mehr als moderat. Gerade wenn man mal auf DaWanda schaut, was da selbstgenähte Sachen kosten.

    Wir sind leider aus den Babygrößen raus. Ich wünsche dir, dass deine Sachen noch eine wunderbare Verwendung finden. Lass dich davon nicht irritieren und unterbekommen.

    Ich wünsche dir alles Gute!

    Herzliche Grüße,
    Silke

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  8. Sowas ist super ärgerlich! Aus einer ähnlichen Situation heraus habe ich 1,5 Jahre lang zu jedem Kindergeburtstag Mützen verschenkt;-)
    Wenn du noch etwas in ganz klein für unseren Bauchzwerg (Junge) hast, würde ich es gerne nehmen:-)
    LG Saskia

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    1. Liebe Saskia, inzwischen haben sich so viele nette Menschen gemeldet, dass gar nicht mehr viel da ist. Aber für ganz kleine Menschen könnte ich dir noch die Wikinger-Pumphose und die Knotenmützchen bieten. Liebe Grüße
      Meike

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  9. Hallöchen☺️

    Das ist wirklich sehr ärgerlich und es stimmt viele sehen den Wert in den selbstgenähten Sachen nicht… schade
    Da meine Püppi erst im April „schlüpft“ würde ich dir sehr gerne ein paar Sachen abnehmen. Weil zum verstauben lassen, sind sie echt zu schade ☺️

    Liebe Grüße
    Baldmami Katja 🤰🙋‍♀️

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    1. Liebe Katja, für ein ganz kleines Mädchen hätte ich noch die rosa Pumphose (zweites Bild im Beitrag) und die Knotenmützchen. Alles andere ist schon mit der Post auf Reisen durchs Land. Wenn du das magst, schreib mir doch mal deine Adresse übers Kontaktformular. Liebe Grüße, Meike

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  10. Hallo, ich nähe zwar selbst, aber für den guten Zweck würde ich dir wahnsinnig gerne.ein paar Teilchen abkaufen! 🙂 gibst du mir irgendeine Kontakt Möglichkeit, damit ich dir sagen kann, was ich gerne hätte?

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    1. Guten Morgen! Es haben sich seit dem Beitrag so viele nette Menschen gemeldet, dass inzwischen wirklich alles restlos weg ist. Ich danke dir deshalb für dein nettes Angebot, kann dir aber leider gar nichts mehr anbieten…
      Viele Grüße, Meike

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  11. Wow, was du alles genäht hast! Ja, ich glaube selbstgenäht ist auch einfach „inn“ und bei vielen der Bedarf irgendwie schon gedeckt. Mir war auch in meiner alten Schule, wo ich seit vielen Jahren mal wieder aufm Weihnachtsmarkt war aufgefallen, dass wirklich viele selbstgenähte Sachen angeboten wurden.
    Irre, dass du die Sachen dann noch verschenkt hast! Da haben sich sicher viele Leute sehr drüber gefreut!
    Liebe Grüße Iggy

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    1. Hallo Iggy! An „Bedarf gedeckt“ hatte ich gar nicht gedacht, das könnte natürlich auch sein. Ich hatte die Sachen gedanklich eh schon gespendet, da war Verschenken dann kein großer Schritt mehr. Und irgendwie haben sie mich hier zu Hause gestört, vor allem ohne erkennbaren Abnehmer.
      Liebe Grüße!

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