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Taschenrucksack als Freebook

Wenn ich ehrlich bin, hasse ich Taschen und Rucksäcke. Nie werden die so, wie ich mir das vorstelle, immer haben sie unerwünschte Falten, und immer fluche ich beim Nähen. Im Näähglück-Adventskalender sollte ein Taschenrucksack enthalten sein, eben eine Kombination aus Tasche und Rucksack. Das fand ich ja doch eigentlich ziemlich gut, und den Ausschlag hat dann ein Päckchen gegeben, das ich im November bekommen habe. Darin waren zwei Stoffe, die eine liebe Freundin für mich ausgesucht hat. Sie schenkt mir jedes Mal Stoffe, die ich selbst nicht ausgesucht hätte, über die ich mich aber immer freue wie Bolle.

Dieses Mal war ein Ausmal-Stoff dabei. Und zwar so viel, dass ich daraus trotzdem noch was Tolles für die kleinen Stöpsel nähen kann, wenn ich daraus meinen Taschenrucksack nähe. Und noch eine große Tasche für mich. Kombiniert habe ich den Ausmalstoff mit grauem Snap Pap, das fand ich schlicht-elegant. Und wenn man den Ausmalstoff mit der Zeit immer weiter ausmalt, kann sich Grau auch nicht mit den Malfarben beißen.DSC_0002 (2)Der Stoff ist ziemlich dünn, deshalb habe ich ihn mit 630er Vlieseline hinterbügelt. Auch Vlieseline gehört nicht zu meinem engeren Freundeskreis. Die Schnittteile sind aber alle einfach rechteckig, da ging das noch.

Beim Nähen wird erst die Klappe doppelt genäht und gewendet (bei mir davon eine Lage mit Vlieseline), dann oben auf ein Seitenteil aufgesteppt, und dann werden beide Seitenteile an den Seitennähten verbunden. Je eine Schlaufe pro Seite wird dabei im oberen Teil mitgefasst; da wird später die Kordel durchgezogen.DSC_0010 LAnschließend soll der Boden eingenäht werden. Ich hatte das große Snap-Pap-Schnittteil in der Badewanne eingeweicht, weil ich es nicht mal richtig in die Waschmaschine hätte falten können, und habe es dann kurz zum Trocknen auf den Badvorleger gelegt. Meine Güte, trocknet das Zeug schnell!falteIch habe gerade so geschafft, die Schlaufen daran zu fixieren, die Seiten zu schließen und die Bodenfalte zu nähen, bevor es trocken und wieder hart war. Auf rechts wenden muss man das Ganze ja auch noch feucht, sonst klappt es nicht. Und wenn erst mal Stoff mit dranhängt, kann ich es nicht mehr so einfach in die Badewanne legen…DSC_0004In der Anleitung ist eine Einstecktasche vorgeschlagen, es steht aber auch drin, dass Innentaschen nach Belieben eingenäht werden können. Ich habe zwei Taschen aufgenäht, weil man doch meist Stifte lose in der Tasche hat und dann ja noch eine separate Tasche für Kleinkram haben will.DSC_0003 (2)Nachdem das Futter seine Bodenfalte bekommen hat und bis auf die Wendeöffnung seitlich geschlossen ist, werden Außentasche und Futter ineinandergesteckt und der Tunnelzug dazwischengenäht. Der Tunnelzug soll eigentlich aus einem Teil bestehen und vorn eine Öffnung haben. Ich habe mich für einen zweiteiligen Tunnelzug mit Öffnungen an beiden Seiten entschieden, weil ich das immer ein ewiges Gezerre finde, eine umlaufende Kordel zuzuziehen. Konsequent habe ich dann auch an beiden Seiten Kordelstopper angebracht.DSC_0008 LMit dem Einnähen des Tunnelzugs ist der Rucksack fast fertig, aber noch falschrum. Ich hatte eine riesige Wendeöffnung gelassen, bestimmt 15 Zentimeter. Trotzdem habe ich ziemlich damit gekämpft, den Snap-Pap-Boden durchzukriegen, und immer gebangt, ob die Nähte neben der Wendeöffnung halten. Haben sie. Die Wendeöffnung habe ich mit der Nähmaschine geschlossen. Auf der Länge kriegt mich keiner zu einer Handnaht. Ist ja eh innen.DSC_0009 LFür die lange, dicke Kordel, die am Ende Taschenhenkel oder Rucksackträger ist, wird in der Anleitung sehr detailgetreu erklärt, wie sie durch die Schlaufen zu fädeln ist. Ich hatte für einen langen Rücken viereinhalb Meter gekauft (sicher ist sicher), habe die auch erst mal in voller Länge eingefädelt und anschließend kritisch geguckt, wo der Rucksack dann sitzt. Am Ende habe ich fast einen Meter gekürzt, aber lieber so, als wenn der Rucksack im Nacken sitzt, weil man an der Kordel gespart hat.DSC_0004 LDen fertigen Rucksack finde ich super. Die kleinen Stöpsel waren total neidisch auf den Ausmalstoff und wollen „auch so was!“ Der Rucksack hat eine ideale Größe, es passt auch DIN A4 gut rein, und vom Volumen fasst er alles, was man für einen Ausflug mit kleinen Stöpseln oder für einen egoistischen Freizeit-allein-Tag braucht. Ich freu mich richtig über das geschaffte Taschen-Respekt-Projekt und merke mir den Schnitt auf jeden Fall für weitere vor!

Das Schnittmuster wurde mir während des Probenähens für den Näähglück-Adventskalender kostenlos zur Verfügung gestellt.

Verlinkt zu Taschen und Täschchen, After Work Sewing, Mittwochs mag ich, dem freebook friday, So mach ich das und it’s new

5 Kommentare zu „Taschenrucksack als Freebook

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