Allgemein · Kindersachen

Nackenkissen frei Hand

Seit unser kleiner Stöpsel einen Kindersitz hat, der sich nicht nach hinten neigen lässt, tut er uns leid, wenn er einschläft. Das sieht so was von ungemütlich aus, wie der Kopf abknickt und er mit Schwanenhals und offenem Mund in dem Sitz hängt. Er hat ein Nackenkissen, aber das stützt überhaupt nicht, es ist viel zu klein für den riesigen Kopf. Für unseren Urlaub, in dem fast jeden Tag Autofahren auf dem Plan stand, wollte ich ihm ein Nackenkissen nähen, das auch passt.

So schwer kann das nicht sein, ein Schnittmuster für so was Popliges braucht kein Mensch, hab ich mir gedacht, und beschlossen, das einfach frei Hand zu nähen bzw. grob ein Schnittmuster mit Zeitungspapier zu machen. Es sollte vorn dicker sein als an den Seiten, damit es das Kinn gut stützt, und hinten mit einem Klettverschluss geschlossen werden. Einen Rest Bio-Baumwoll-Frottee (C.PAULI Bio Strickfrottee Uni „Herbal Garden“ von der Eulenmeisterei) hatte ich mir schon rausgelegt.

Hmm. Also vorweg: Schnittmuster erstellen wird nie mein Ding werden, und ich habe dabei keine verborgenen Talente in mir entdeckt. Ich habe das Zeitungspapier an den Kinderhals gehalten und irgendwie an der Schulter langgemalt. Das Ergebnis sah etwa so aus:DSC_0115Dazu kam noch ein rechteckiger Streifen für die Innenseite, also die am Hals. Die „Schnittteile“ habe ich dann mit großzügiger Nahtzugabe ausgeschnitten, wobei ich nur hoffen konnte, dass sie am Ende alle gleich lang sind.

Für das Klettverschlussende habe ich einen Rest Jacquard mit einem Stück Hakenband versehen, rechts auf rechts geschlossen und gewendet. Das ging ganz mistig, das Hakenband ist immerzu im Stoff hängengeblieben und hat olle Schlaufen gezogen. Das Flauschband habe ich mit ganz viel Nachdenken so auf das Frontteil genäht, dass es sich später mit der Verschlusslasche treffen sollte.DSC_0092Die grünen Frotteeteile habe ich aneinandergesteckt und mit der Nähmaschine genäht. Sie haben erstaunlich gut gepasst, wobei ich ja keine besonders exakte Formgebung einhalten musste. Zum Glück war eins der Teile zufällig deutlich länger als die anderen, so dass ich die auf beiden Seiten überstehenden Enden nutzen konnte, um damit das Hörnchen zu schließen. Handwerklich schön ist das nicht. Aber zweckmäßig.

In der letzten Naht habe ich eine Wendeöffnung gelassen, durch die ich dann auch die Füllwatte gestopft habe. Und zwar fest. Mit einem wabbeligen Nackenhörnchen hab ich ja nichts gewonnen, das stabilisiert nicht. Hab ich schon mal erwähnt, dass ich Wendeöffnungen und Matratzenstich hasse wie die Pest? Ich hab ja echt überlegt, ob ich das nicht umgehen kann, aber der Ring war und ist so fest gestopft, dass ich ihn niemals unter die Nähmaschine hätte zwingen können. Blieb mir also nichts übrig, als diese elende riesige Öffnung von mindestens acht Zentimetern auf Zug mit der Hand zu schließen.

Von dem fertigen Hörnchen war ich ein bisschen schockiert. Ich hatte bei meinem hochprofessionellen Schnitt-Malen gar nicht bedacht, dass sich der Ring ja auch nach innen ausdehnt, wenn ich ihn vollstopfe, und auf den ersten Blick habe ich mich gefragt, ob er das Kind nicht eher erwürgt. Der kleine Stöpsel war ganz arglos bei der Anprobe und ich sehr vorsichtig mit der Frage, ob’s denn passt. „Jahaa“, sagte er zufrieden und legte probeweise das Kinn ab.DSC_0462So am Kind muss ich sagen, dass das Nackenkissen wirklich relativ bequem aussieht und dieses Abknicken ziemlich effektiv verhindert. Allerdings hat er im zweiten Moment doch eingeräumt, dass das Nackenkissen doch etwas zu eng ist, und wollte es nicht so gern benutzen. Wir konnten einen Mittelweg finden, indem ich ein weiteres Stück Klettband versetzt gegeneinandergeklettet und als Verlängerung verwendet habe.DSC_0463Insofern war dieses Testprojekt am Ende von mittlerem Erfolg gekrönt. Aber ich habe daraus gelernt, dass ich nur ohne Schnittmuster nähen kann, wenn’s am Ende nicht drauf ankommt.

Verlinkt zu creadienstag, DienstagsDinge und Handmade on Tuesday, So mach ich das, der Bio-Linkparty und der Stoffresteparty

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