Kindersachen

Regenmantel für kleine Große

Für meinen kleinen Stöpsel war eine neue Herbstjacke fällig. Die aktuelle passt zwar gerade noch, hat aber nicht mehr viel Platz und reicht vor allem nicht mehr weit über den unteren Rücken. Da, wo es so gemein zieht, wenn da Kaltluft rankommt. Gewählt habe ich den Softshellmantel aus der Ottobre-Ausgabe 4/2015. Ich besitze nur drei Ottobre-Ausgaben, aber die sind so zeitlos, dass ich noch ganz viele Schnitte daraus auf der Liste habe.

Den Softshellmantel fand ich gut, weil er über den Po reicht, der Reißverschluss aber auf Hosenschlitz-Höhe endet. Da hat der kleine Stöpsel Bewegungsfreiheit bei warmen Nieren. Interessant war, dass in dem Schnitt Abnäher an der Schulter und am Ellbogen vorgesehen sind. Das kannte ich überhaupt noch nicht. An der Schulter kann ich da keinen großen Effekt in der Passform feststellen.DSC_0028Am Ellbogen finde ich aber, dass es gut aussieht, und es kommt mir zumindest möglich vor, dass sich der Arm besser beugen lässt. So eng ist der Mantel aber nicht, dass man das wirklich sehen könnte.DSC_0021Der Mantel hat aufgesetzte Taschen, und da Softshell sich ja nicht gerade weich verarbeitet, habe ich die ausnahmsweise mal brav mit Schablone, Einhaltefäden und Bügeleisen geformt, um schöne Rundungen zu bekommen. Allerdings habe ich jedes Mal wieder Skrupel, Softshell zu bügeln. Ich weiß, dass man es darf, aber immer wieder erwarte ich wider besseren Wissens, dass es stinkt oder schmilzt. Ziemlich klein finde ich die fertigen Taschen. Da passt nicht viel rein an Autos und Steinen…DSC_0197Die Mantelteile sind völlig harmlos zusammenzunähen. Bei den Ottobre-Schnitten ist immer relativ viel abzusteppen, aber das sieht am Ende auch einfach schick aus, insofern störe ich mich daran nicht.DSC_0027Bei der Kapuze habe ich, als es an die Ösen, Belege und Gummikordeln ging, festgestellt, dass auch die Ottobre eine Gewöhnungssache ist. Bei den ersten Malen habe ich davorgesessen wie der Ochs vorm Berge und ganz lange nachgedacht, ob ich das richtig verstehe oder es vielleicht anders gemeint ist, hab einzelne Begriffe sogar noch mal gegoogelt. Dieses Mal war mir klar, was da gemeint sein muss, und hab es nicht mehr hinterfragt. Auch eine schöne Erkenntnis.DSC_0198DSC_0029Bei der Kapuze sind zwei Kanten mit Schrägband zu versäubern. Ich war zu faul, diese ganzen doofen Streifen im schrägen Fadenlauf zu schneiden, und habe aus Bequemlichkeit fertiges Jersey-Schrägband verwendet. Davon hatte ich nicht mehr genug in einer Farbe, deshalb ist das Jackeninnere jetzt ziemlich bunt. Aber gut, es bleibt insgesamt alles einigermaßen im Farbkonzept, und so eigen bin ich da auch nicht.DSC_0032Zuletzt, also auch nach dem Säumen, wird der Reißverschluss angenäht, und der geht ja vorn nicht bis unten. Da folgt dann eine Versäuberung, die ich auch noch nicht kannte und die ich mir mal merke, weil sie mir total gut gefällt.DSC_0194Der Reißverschluss bleibt rechts auf rechts, wird noch nicht umgeklappt, und ein Webwarestreifen wird noch obendraufgenäht. Den legt man anschließend um die Kante aus Softshell und Reißverschluss, klappt das Ganze dann um und hat damit eine schöne, saubere, geschlossene Kante im Jackeninneren, die verdeckt, dass der Reißverschluss mittendrin endet. Sieht super aus und ist total einfach zu nähen (s.o.). Ich finde, dass der Mantel für das Alter wirklich gut passt, weil er schon ein bisschen nach großem Kind aussieht, aber trotzdem alle Aktivitäten und Bewegungen mitmacht.DSC_0020

Verlinkt zu Nähzeit am WEWeekend Wonderland und zu Menschen(s)kinder

6 Kommentare zu „Regenmantel für kleine Große

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