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Räuberbraut: Hosenrock mit Freiheitsgefühlen

Eigentlich mag ich Röcke. Aber ich hab wirklich schon einige Schnitte ausprobiert und war nur mit wenigen fertigen Kleidungsstücken glücklich. Keine Ahnung, was an meiner Figur so sehr von den Schnittmusterproportionen abweicht, aber da passt vieles nicht. Trotzdem habe ich mir ein Herz gefasst und noch mal einen Rock-Schnitt gekauft: die „Räuberbraut“ von der Zuckerwolkenfabrik, die mit einem Echtgrößensystem wirbt. Der Rock kann als Hosenrock oder klassischer Tellerrock genäht werden, und die Hosenrock-Variante hat mich verlockt.

Die Nummer mit dem Echtgrößensystem hat mich bisher allerdings konsequent davon abgehalten, Schnitte der Zuckerwolkenfabrik zu kaufen. Ich näh doch den kleinen Stöpseln nichts, was exakt passt, das lohnt ja gar nicht. Die wachsen schließlich ständig, da finde ich ein bisschen Wachstumsreserve absolut sinnvoll. Ich wachse aber nicht mehr, zumindest nicht in die Höhe, und deshalb konnte ich meine Skepsis gegenüber der Echtgröße überwinden.

Den Bauchumfang da zu messen, wo der Rock nachher sitzen soll, fand ich eine mühelos zu meisternde Aufgabe. Schwieriger fand ich, die Rocklänge zu bestimmen. Zum Schnitt gehört ein Papierstreifen mit Markierungen, die auf die Längen hinweisen.  Den soll man sich anhalten und gucken, bei welcher Längenmarkierung man landet. Intellektuell zu bewältigen, aber Papier fällt doch ganz anders als Stoff! Hmm, ich bin auf Sicherheit gegangen und hab lieber nicht zu kurz zugeschnitten, damit ich den Rock auch im Büro anziehen kann. Dann hab ich am Schnittmuster die Kombination aus Bauchweite und Rocklänge ausgeschnitten und den Schritt zu meiner Körpergröße passend versetzt. Das fand ich sehr gut erklärt –  wenn der Rock im Schritt kneift, zieh ich ihn schließlich auch nicht an.DSC_0518So richtig herzhaft geflucht habe ich leider beim Stoff-Zuschneiden. Ich habe an der gewölbten Rockkante entlanggeschnitten. Die endet an der Schritt-Naht. Allerdings hatte ich verpennt, dass man den Schritt auf seine individuelle Rocklänge verlängern muss, und hab so richtig schwungvoll zehn Zentimeter zu weit vorn ins Schnittteil gehackt. Der Stoff verbraucht mit meinen Maßen locker 150 cm Stoff, und ich hatte nicht genug davon, um neu zuzuschneiden. Also habe ich von innen einen schmalen Streifen Jersey dagegengelegt und den Schnitt mit einem Zickzack-Stich zugesteppt. Dank des unruhigen Musters sieht man das von außen nicht, zumal es an der Bein-Innenseite ist. Tierisch geärgert hab ich mich trotzdem.DSC_0519Oben habe ich mich zuerst nur für ein Bündchen entschieden, habe es aber vorausschauend, für alle Fälle, gleich ein Stück offengelassen. War richtig: Der Rock ist zu schwer für ein schlichtes Bündchen. Die Stoffmenge zieht ihn mir schlichtweg aus, und mit Bauarbeiter-Dekolleté wirkt das Teil ja nun auch nicht…DSC_0516Toll an dem Rock ist, dass er enorme Bewegungsfreiheit bietet, ohne dass man sich überlegen muss, was dabei rausblitzt oder wer druntergucken kann. Außerdem ist wirklich schön, dass man bei warmem Wetter nicht Haut an Haut hat.image3Ich hatte erst gezögert, ob ich schon für den ersten Versuch den geheiligten Hamburger-Liebe-Jersey anschneide, aber im Nachhinein war das eine super Entscheidung. Der Rock ist ein spontanes Lieblingsstück geworden.P1090551Als ich ihn ins Büro anziehen wollte, musste ich nur feststellen, dass ich „nicht zum Anziehen“ hatte, also nichts, was obenrum dazu gepasst hätte. Na ja, eine weiße Bluse geht fast immer, aber die fand ich im Stil nicht ideal. Also hab ich mir am Abend vorher schnell ein einfarbiges Shirt aus einer der Farben genäht, die im Rock vorkommen, und damit war ich dann ganztags glücklich unterwegs. Wenn nächstes Jahr ein besserer Sommer kommt, näh ich mir noch eine Räuberbraut!image1P1090552Verlinkt zu RUMS und der Bio-Linkparty

4 Kommentare zu „Räuberbraut: Hosenrock mit Freiheitsgefühlen

    1. Na ja, im Schritt sieht das wirklich kaum jemand. Und der dunkelbraune Stoff ist da auch dankbar. Aber das Schönste an dem Hosenrock finde ich wirklich die Stofflage zwischen den Beinen, wenn es warm ist. Der Haken ist, wieviel Stoff man dabei verbraucht…

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  1. Das sieht wirklich nach einem tollen Schnittmuster aus. Wobei mich auch die große Menge Stoff wieder abschrecken würde. Aber das tut deinem neuen Lieblingsteil von der Optik ja gar keinen Abbruch. Hoffentlich kannst du ihn nächsten Sommer öfter austragen 😉

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    1. Hallo Iggy, ich habe fest vor, ihn im Herbst mit Strumpfhose und Stiefeln zu tragen. Das muss sich ja gelohnt haben! Wenn man ihn etwas kürzer näht und/oder kürzere Beine hat, reicht vielleicht auch ein Meter, so waren es fast eineinhalb. Ja, da kommt immer mal mein Stoff-Geiz durch. Aber der Rock macht dann auch glücklich, irgendwie ist es das doch wert. Nur nicht in Reihenproduktion…
      Viele Grüße, Meike

      Gefällt 1 Person

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