Allgemein · Für Erwachsene

Tragejacke: Geschenk für Mama und Kind

Meiner Freundin, die im Juli ein Baby bekommen hat, wollte ich etwas schenken, das nicht nur für das Baby ist, sondern auch für sie. Da sie aber wohl in den nächsten Monaten immer mit dem Baby zusammen sein wird, habe ich mich entschlossen, ihr eine Tragejacke zu nähen, deren Einsatz sie rausnehmen kann, wenn sie babyfreie Zeit hat. Das Schnittmuster für die Jacke „Arja“ von Näähglück mit dem passenden Trageeinsatz „Muksu“ hatte ich schon.

Im Frühsommer gab es einen Softshell-Sale bei Alles für Selbermacher, da hatte ich vorausschauend zwei Meter bestellt, weil ich das mit der Jacke schon eine Weile lang im Kopf hatte. Vier Tage, bevor ich den Antrittsbesuch bei Mama und Baby machen wollte, hab ich mich ans Zuschneiden gemacht und leichte Beklemmungen bekommen, wie viele Schnittteile und Schritte das sind. Die kleinen Stöpsel waren zu Hause, der Stöpselpapa aber nicht. Huuuuh! Ich hatte die Arja zum Glück schon zweimal genäht und hatte da insofern keine großen Fragezeichen mehr im Kopf. Mit dem Trageeinsatz sah das ein bisschen anders aus…

Ich bin beim Nähen immer zwischen Jacke und Einsatz hin- und hergesprungen. Wenn bei Muksu eine schwerer wirkende Stelle kam, habe ich erst mal ein paar Nähte an der Jacke gemacht, um das Gefühl zu haben, ich hätte etwas geschafft. An vielen Stellen ist empfohlen, die Nähte von außen abzusteppen. Ich hab das überall gemacht, wo es einigermaßen plausibel ist, auch auf den Schulternähten. Bei Softshell sieht das einfach ordentlicher aus, auch wenn man es wegen des kleinteiligen Musters nur von Nahem sieht.DSC_0481Ich hatte nicht an Taschen-Reißverschlüsse gedacht, als ich den Materialkauf gemacht habe, und musste nun zwei verschiedene aus meinem Fundus nehmen. Damit konnte ich überraschend gut leben, ich betrachte das als individuellen Charme der Jacke.DSC_0475Ich finde, dass sich der Softshell durch die Brustabnäher sehr schön formt, das freut mich.DSC_0478Meine erste Arja hatte ich auch aus Softshell genäht, aber zusätzlich komplett gefüttert, und die kann man nur mit bloßen Armen anziehen, weil die Ärmel so eng sind. Daraus habe ich gelernt und die ungefütterten Ärmel dieser Jacke zwei Zentimeter weiter gemacht. Ich kann sie nicht anprobieren, sie ist mir viel zu klein, aber schon beim Wenden der Ärmel fasste sich das komfortabler an.DSC_0477Anders als bei meiner eigenen Softshell-Arja, habe ich für das Taschenfutter keinen Jersey gewählt, sondern relativ stabilen Baumwoll-Satin. Das ist angenehmer, weil man mit der Hand besser in die Tasche gleiten kann. Jersey zieht doch ziemlich.DSC_0476Dann zum Trageeinsatz: Er bietet eine Kapuze oder einen Kragen (ich wollte die Kapuze), und an der Kapuze kann man zwischen einem Rand aus Bündchen und einem Tunnelzug-Gummi am vorderen Rand wählen. Meine Muksu-Kapuze hat ein Bündchen bekommen. Oberhalb der Kapuze bekommt der Einsatz einen Verschluss, damit nicht ab dem Kinderkopf eine Kaltluftfront auf das mütterliche Dekolleté prallt. Die Breite des Verschlusses soll man eigentlich ausmessen, aber das konnte ich ja nun nicht, weil die Jacke eine Überraschung sein sollte. Ich habe also die mittlere von drei Breiten gewählt und einfach gehofft, dass es passt.DSC_0482Der Einsatz wird komplett gefüttert, das fand ich auch nicht verkehrt. Auch wenn Softshell schön wärmt, ist Baumwolle am Kind angenehmer.DSC_0485Im Nacken hat der Einsatz auch einen Tunnelzug – vermutlich, damit man die Kapuze an den Kindernacken ziehen kann. Hach, beim Nähen hab ich wirklich die Tragezeit vermisst. Das Stöpselchen bietet inzwischen 14 Kilo, wird bald drei und hat gesunde Füße, da ist Tragen im Alltag keine Option mehr. Wir haben nicht mal mehr einen Buggy… DSC_0483Ehrlich gefreut hat mich beim abschließenden Aneinanderzippen von Jacke und Muksu, dass die Trenn-Nähte zwischen Oberteil und Unterteil des Einsatzes bzw. Taschenteil und Oberteil der Jacke genau aufeinandertreffen. Wäre nicht schlimm, wenn nicht, aber das hat mir einen Erfolgsmoment geboten.DSC_0484Die Jacke ist überhaupt nicht perfekt; es gibt zwei Falten in den Belegstreifen an der Jacke, die Kapuzenanschlüsse vom Muksu sind krumpelig, und einen Futterteil am Einsatz hab ich falsch zugeschnitten, hatte nicht mehr genug Stoff und hab ihn linksrum verwendet. Wenn ich aber dagegenhalte, was alles TOLL aussieht und GUT geklappt hat, bin ich tierisch stolz auf die Jacke, und ich freu mich total darauf, wie meine Freundin sich freuen wird.

 

Verlinkt zu creadienstag, DienstagsDinge, Handmade on Tuesday

6 Kommentare zu „Tragejacke: Geschenk für Mama und Kind

    1. Hallo Tina, den Laden mit der Zeit hab ich auch noch nicht gefunden. Den müsste es neben dem Stoffladen geben, finde ich. Aber ich glaube, die Arja lohnt sich für dich, weil die Anleitung super die Anpassungen erklärt. Ich hab vier oder fünf Zentimeter für meine Jacke verlängert, das müsste ja bei dir das gleiche Maß sein. Liebe Grüße!

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