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Näähglück-Tunturi als Langarm-Variante

Diese Woche ist bei mir Tunturi-Blogwoche. Aus dem Probenähen für den neuen Näähglück-Schnitt Tunturi habe ich schon am Dienstag die Kurzarmvarianten und am Mittwoch die Tunturis mit Dreiviertelarm gezeigt. Heute sind die Langarm-Tunturis dran.

Im Grundschnitt für das Raglanshirt „Tunturi“ ist ein Dreiviertelärmel vorgesehen, der eine Hilfslinie für die Kurzarmvariante zeigt. Lange Ärmel erreicht man mithilfe eines langen Bündchens, für das es ein extra Schnittteil gibt. Da ich länger bin als das „Normalmaß“ dieses Schnitts, sollte ich die Ärmel laut Tabelle um drei Zentimeter verlängern. Ich hab außerdem einen Zentimeter am Bündchen hinzugefügt, weil ich etwas zu lang meist angenehmer finde als etwas zu kurz.

Für mein erstes Langarm-Tunturi nach der ersten Schnittversion habe ich sehr weichen Jersey von Stoff und Stil mit apfelgrünem Lillestoff-Bündchen kombiniert. Vor die Wahl gestellt zwischen Ausschnitt mit Beleg oder mit Bündchen, wollte ich lieber das Bündchen, weil es das Halsloch doch etwas verkleinert. Und mir passt der große Ausschnitt zwar gut, aber lange Ärmel ziehe ich ja tendenziell an, wenn es kühl ist, und ich friere schnell am Hals.CovernahtDurch die notwendigen Verlängerungen an Rumpf und Ärmeln passen lange Tunturis für mich genau nicht auf einen Meter Stoff. An diesem Shirt wollte ich aber keine Kompromisse machen und einen anderen Stoff kombinieren, sondern ihn ganz schlicht in grau-grün halten. Ich habe deshalb das Rückenteil vom Ärmel getrennt (oder andersrum, wie man’s nimmt) und ein klassisches Raglanshirt draus gemacht. Das Schnittmuster enthielt in dieser Schnittversion eine Markierung, wo die Raglannaht in der Achsel aufkommen soll. Die Teilung konnte man allerdings frei Hand machen. Das hab ich auch beherzt gemacht und anschließend festgestellt, dass mein Augenmaß klar zu wünschen übrig lässt. Die hintere Raglannaht am fertigen Stück sah für mich irgendwie daneben aus.DSC_0008Ließ sich aber nicht mehr ändern, war auch kein Drama, und um die Nähte etwas attraktiver zu machen, habe ich sie von hinten mit einer hellgrünen Covernaht abgesteppt. Das fand und finde ich einen gelungenen dezenten Kontrasteffekt.DSC_0007 (2)Für mich ist die Passform perfekt; ich habe oben eine Nummer größer gewählt als oben und auf Brusthöhe übergehen lassen. Das wird in der Anleitung sehr gut nachvollziehbar erklärt. Für ein Langarm-Shirt war der graue Jersey doch vielleicht etwas zu weich, da fänd ich einen plausibleren Stil, wenn es etwas stabiler wäre. Trotzdem mag ich mein fertiges Tunturi sehr und ziehe es mit Überzeugung an.

Nach einigen Änderungen am Schnitt habe ich ein zweites Langarm-Tunturi genäht, um sie für mich zu prüfen, und weil ich ja schon wusste, dass ich das Shirt mögen werde, habe ich mir dafür zwei Meter von dem Lillestoff-Jersey „Swalwoln“ gegönnt. Mit zwei Metern konnte ich das Risiko ausschließen, hinten trennen zu müssen. Kombiniert habe ich ihn mit senfgelbem Lillestoff-Bündchen.DSC_0107Allerdings hatte ich nicht bedacht, dass das Shirt ein absolutes Muster hat und auf dem Kopf nicht funktioniert. Dadurch, dass ich die Ärmel nicht getrennt habe und das Muster über die Schulter nach vorn läuft, stehen die Schwalbenkäfige jetzt am Arm auf dem Kopf. Na ja. Der Stoff ist trotzdem superschön.DSC_0103Beim Zuschneiden oder Nähen ist mir an diesem Shirt irgendwo ein Ärmel-Zentimeter verloren gegangen. Ich habe nicht kontrolliert, ob der Schnitt kürzer geworden ist, und denke eher, dass ich einen Fehler beim Zuschneiden gemacht habe. Diese Ärmel sind jetzt gerade so lang genug, könnten aber gern zwei Zentimeter länger sein. Weiß ich dann fürs nächste Mal – es wird sicher noch mehr Tunturis geben. Für meinen Körperbau sind die leicht „fledermausigen“ Ärmel und der lockere Sitz am Oberkörper perfekt, ich mag den Schnitt sehr.

Außerdem finde ich beeindruckend, wie viele Abwandlungen er für jeden Geschmack und jede Körperform enthält: ein alternatives Vorderteil mit Brustabnähern, Änderungen der Ärmelweite, eine Verlängerungsvariante zur Tunika, Größenanpassungen nach Körpermaßen… Wer sich daraus nicht sein perfektes Shirt nähen kann, mag einfach kein Raglan. Ein anderes Hindernis kann ich mir nicht vorstellen. Für Neugierige und Unentschlossene gibt es außerdem ein Lookbook mit allen 120 Tunturis aus dem Probenähen.

Verlinkt zu RUMS, der Bio-Linkparty und den LilleLiebLinks.

3 Kommentare zu „Näähglück-Tunturi als Langarm-Variante

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