Allgemein · Für Erwachsene

Der teuerste Kartoffelsack aller Zeiten

Anfang des Jahres hatte ich mir in einem Anflug von „tu dir mal selbst was Gutes“ vier Stoffe bei der Eulenmeisterei bestellt, darunter den Cloud9 Interlock Jersey „Stripe Brown“. Ich fand die Farben auf dem Bildschirm zwar eher erdverbunden, brauchte aber tatsächlich mal ein paar Kleidungsstücke in weniger dominanten Farben, damit sich in meinem Kleiderschrank überhaupt noch irgendwas kombinieren lässt.

Verwendet habe ich diesen Stoff für den Schnitt „Sunny Me“ von Finas Ideen, der laut Ebook für weich fallende Stoffe gedacht ist, als Beispiel sind da Chiffon und Jersey genannt. Ich hätte ihn eher mit leichter Webware assoziiert, wollte aber kein Spielverderber sein und habe den superweichen Bio-Interlock zugeschnitten. Man kann den Schnitt mit oder ohne Beleg arbeiten. Ich habe mich für einen Beleg entschieden, weil ich das am Halsausschnitt doch eleganter finde.

Der Schnitt ist in der Verarbeitung denkbar unkompliziert; man näht die eine Kellerfalte, setzt dann Schultern und Seitennähte zusammen und säumt oder näht die Belege an. Weil der Stoff wirklich super-superweich ist, habe ich den Beleg mit der Overlock versäubert, ganz brav gebügelt und war beim Feststeppen ziemlich froh darüber. Am Arm hatte ich sehr großzügig Nahtzugabe gegeben, fand das Säumen des angeschnittenen Ärmels aber trotzdem echt unangenehm und habe ihn den Gegebenheiten angepasst. Bedeutet: In der Achselhöhle ist er schmaler als auf der Schulter. Ich hätte ihn sonst nicht sauber umgeschlagen bekommen oder hätte ihn innen einschneiden müssen. Mit dem Ergebnis bin ich aber sehr zufrieden.DSC_1340Das fertige Shirt sieht ganz furchtbar aus. Es ist total gemütlich und weich, keine Frage, aber ich könnte es im neunten Monat tragen, es ist vollkommen formlos, und von Kaschieren kann schon keine Rede mehr sein – es verhüllt weiträumig. Ich hatte das ein bisschen befürchtet und schon eine Größe kleiner zugeschnitten als nach Maßtabelle eigentlich richtig gewesen wäre. Trotzdem ist das Ding noch ein Zelt.DSC_1343Ich hab auch versucht, es irgendwie in die Hose gesteckt zu tragen, aber ich krieg es gar nicht hinter dem Gürtel verstaut, weil sich die Stoffmassen dann ballen wie bei einem Beatmungsbeutel.DSC_1345Den Schnitt hab ich erst mal in den Papierkorb verfrachtet (man druckt ihn in Einzelgrößen aus). Ich schließe nicht aus, ihn noch mal aus Webware in kleiner zu versuchen, aber diese Version ist ein echtes Urlaubs- und Wochenendshirt. War also nichts mit „gut kombinierbar“. Und das, wo ich mir meiner Erinnerung nach noch niemals dermaßen teuren Jersey gekauft hatte. Immerhin sieht es von hinten besser aus als von vorn.DSC_1348Trotzdem bin ich ja echt versucht, daraus ein schön konturiertes Kinderoberteil zu schneiden, damit dieser Krösus-Stoff noch irgendwie angemessen zur Nutzung kommt. Sehr frustrierend…

Zu Gast bei RUMS und Bio-Linkparty

8 Kommentare zu „Der teuerste Kartoffelsack aller Zeiten

  1. Die Farbe steht dir sehr gut, der Stoff ist bestimmt auch toll, aber deine Schnittbeschreibung „verhüllt weiträumig“ trifft es sehr gut. Schade! Ich hoffe, dass du noch eine zufriedenstellende Verwendung findest.
    Viele Grüße, Tina

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  2. O nein, das ist wirklich ärgerlich. Zumal die der Stoff wirklich gut steht.
    Vielleicht lässt sich was mit einem zarten Band (schleife?) um die obere Taille machen?
    Notfalls dann das Kinderteil-zum Imschrankversauern ist der Stoff definitiv zu schade!
    Liebe Grüße, Katharina

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  3. Oh nein! Das tut mir aber leid! Ja, der Schnitt ist locker und luftig konzipiert. Du könntest auch die Kellerfalte weiter zu nähen. Das habe ich auch schön öfter gesehen. Dann wird der Schnitt körperbetonter.
    Liebe Grüße
    Fina

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    1. Hallo Fina!
      Das ist doch mal eine Idee, an der Kellerfalte zu arbeiten! Danke!
      Leid muss dir da nix tun – ich bin keine Elfe, nicht jedem passt jeder Schnitt, vielleicht war der Stoff die falsche Wahl, und außerdem gefällt mir nur das Shirt nicht, der Schnitt selbst aber immer noch.
      Viele Grüße!

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  4. Hej,

    falls das Shirt noch in der Ecke liegt, könntest du auch die Seitenlinie auf Taille kürzen. Dazu die Mehrweite der Kellerfalte so stecken, dass der Stoff nicht auseinander gezogen wird. Dann das Shirt auf links drehen und ein gut sitzendes Top auflegen und nachzeichnen. Mit lockeren Stichen heften, anprobieren und dann nähen. Mit Kellerfalte habe ich es noch nicht probiert, sonst ist das aber mein bewährtes Mittel für schwangere Shirts 😉

    Viele Grüße
    Anna

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