Allgemein · Kindersachen

Schuldiger gesucht!

Mein kleiner Stöpsel hatte einen Wachstumsschub und kaum noch Langarmshirts in der Kommode, die seine Handgelenke und den Bauch bedeckten. Ich hatte keine Lust auf Ausdrucken und Ausschneiden und habe deshalb auf das Klimperklein-Buch mit den praktischen Basis-Schnitten auf einem großen Schnittmusterbogen zurückgegriffen. Die Anleitungen darin überzeugen mich zwar nicht, aber für ein Raglan-Shirt brauche ich keine.

Die beiden Raglan-Varianten im Buch sind nicht völlig schlicht und zeigen entweder eine große Applikation auf der Brust oder Bündchenpaspeln an den Ärmelnähten. Letzteres fand ich eine nette Idee und habe, passend zu den zwei gewählten Stoffen, jeweils schmale Streifen Bündchen à zwei Zentimeter Breite zugeschnitten. Die wollte ich einfach zwischen die Stofflagen legen und beim Aneinandersetzen der Rumpfteile und Ärmel mit einnähen. Das hat ja mal überhaupt nicht geklappt. Also so richtig überhaupt nicht. Die Overlock hat einfach nicht losgenäht. Bei allen acht Versuchen hat sie den Anfang gefressen und mindestens drei Zentimeter der untersten Lage eingekräuselt, bis ich das Nähmaterial mit Gewalt an der Fadenraupe weitergezogen hatte. Nach fünf gescheiterten bzw. hässlich gewordenen Ergebnissen habe ich den Bündchenstreifen auf den ersten Zentimetern mit der Nähmaschine am Rumpfteil festgesteppt. Trotzdem hat die Maschine den Anfang gefressen.

Ich habe das Problem gelöst, indem ich beim Annähen der Halsbündchen alles vom Overlock-Messer habe abschneiden lassen, was nicht sauber aussah. Dadurch sind die Halsausschnitte jetzt etwas größer und krumpeliger als geplant, aber im Vergleich zu den desaströs aussehenden Einzelteilen ist das fertige Shirt eine Augenweidedsc_0667-2Im Großen und Ganzen finde ich den Effekt dann am Ende doch nett, und ich würde das auch gern noch mal nähen, aber ich bin mir nicht sicher, wo das Problem lag. Entweder war der Bündchenstreifen zu schmal, ist nicht vom Transporteur erfasst worden und konnte deshalb nicht unter der Nadel durchlaufen. Oder ich hab mich an irgendeiner Stelle zu bucklig angestellt. Oder die Nadeln müssten mal gewechselt werden, was ich definitiv nicht selbst machen werde, weil das in Hassgefühlen gegen die Maschine endet und sowieso nicht klappt.dsc_0664-3Vielleicht probiere ich es erst mal mit einem Bündchenstreifen von 2,5 oder drei Zentimetern – manchmal macht ein Millimeter mehr den Unterschied. Wenn das auch nicht klappt, gehe ich die Nadeln an. Und wenn auch das nichts bringt, bin ich die Schuldige. Dann muss ich nur den Fehler finden, den ich mache.dsc_0666-3

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