Allgemein · Für Erwachsene

Mit Coco in neue Gefilde

Vor einer Weile (okay, einer ziemlich langen Weile) bin ich auf dem Blog von Eda Lindgren auf das Schnittmuster „Coco“ von Tilly and the buttons gestoßen. Sie beschrieb es als das bequemste Kleid auf dem Planeten, genau richtig eng und richtig weit. So was brauch ich auch. Also hab ich mir das Schnittmuster gekauft und mich monatelang mit „Ach ja, das wollte ich ja auch noch mal…“ beschäftigt.

Im Juni hab ich immerhin Papier und Stoff ausgeschnitten. Coco bietet je eine Maßtabelle für die Größenwahl und zum Abgleich für das fertige Kleidungsstück, und daneben steht „Coco is designed to be easy fitting.“ Ich bin da zweifellos bei Größe 6 gelandet und hab einfach mal nicht nachgesehen, welche deutsche Größe das wäre. Dann kam eine Weile Näh-Abstinenz, und gestern hab ich mich endlich aufgerafft.

Die Anleitung ist auf Englisch, aber wer nicht blutiger Anfänger ist, käme auch prima mit ausschließlich den Fotos zurecht. Wer die Texte auf Englisch lesen kann, bekommt sehr ausgiebige und umsichtige Anweisungen. Ich habe mich gegen einen Kragen entschieden, weil mein Stoff dünn und schwarz ist. Da passte das nicht. Schwarz. Ja, tatsächlich, schwarz. Das erste Mal im Leben habe ich etwas Schwarzes genäht. Ich trage sonst so gut wie nie schwarze Sachen, aber beim letzten Stoffmarkt hatte ich einen großen Coupon Viskose-Jersey mit leichtem Crinkle-Effekt gegriffen, dessen Qualität sich so gut anfühlte. Der reichte in der Länge wunderbar für ein kurzes Kleid.

Die Ärmel habe ich in spontaner mittlerer Länge zugeschnitten und mich dann für offene Bündchen entschieden. Kürzen geht immer. Das Nähen war keine Kunst, es geht um vier Teile und ein paar Verzierungen. Überraschend gut ging das Einfassen des Halsausschnitts; ich hatte bei dem dünnen Stoff mit viel mehr Rutschen und Ziehen gerechnet. Der schwarze Stoff dehnt sich aber kaum.DSC_2803Nach den Armbündchen habe ich das Kleid anprobiert und stand fassungslos vor dem Spiegel. Ich hab mich gefühlt wie in einem Büßerhemd. Ein formloser Sack, Taillierung nur mit der Lupe erkennbar, Ärmel endeten irgendwo im Nichts (ja, selbst schuld)… Gut, Anpassen ist auch Übungssache, und das war jetzt mal eine prima Gelegenheit. Ich habe seitlich am Körper abgesteckt und vom Ärmelansatz bis zur Hüfte etwa sieben Zentimeter Weite weggenommen. Die Ärmel habe ich um sechs Zentimeter gekürzt. Es fehlten dann noch die Fronttaschen, die einen schönen optischen Effekt ergeben, und ein Saum.

Damit das Kleid nicht so trist wirkt, habe ich den Saum mit rotem Dreifachstich genäht. Das gefällt mir ganz gut. Die Taschen sind exakt nach Anleitung gearbeitet, mit dreieckigen Ausreißsicherungen am oberen Rand. Schön sieht es ja aus, aber es verhindert für mich eine Nutzung der Taschen, wenn der Inhalt nicht gerade oben rausguckt. Ich krieg nicht mal vier Finger in die Öffnung, geschweige denn meine ganze Hand. Klar, ich bin keine Elfe und hab auch entsprechend größere Hände, aber das hatte ich dann doch nicht erwartet.DSC_2797Mit den Änderungen finde ich das Kleid nun prima tragbar, wenn auch eher im Herbst bei etwas grauerer Wetterlage mit Strumpfhose. Mag sein, dass das Kleid aus einem festeren Jersey und in offensiveren Farben ganz anders wirkt. Über die Größenangaben bin ich aber wirklich perplex.

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Als ich die Anleitung noch mal durchgeblättert habe, ist mir übrigens aufgefallen, dass an den Seitennähten Schlitze vorgesehen waren. Das hab ich verpennt. Nächstes Mal…

Verlinkt zu RUMS.

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