Allgemein · Kindersachen

Aller guten Dinge sind drei

Das gilt auch für die Suche nach dem perfekten Schnittmuster. Unterhosen zu nähen ist, wenn man es ökonomisch betrachten würde, völliger Quatsch. In der Umrechnung von Stoff, Zubehör und Arbeitszeit auf einen Verkaufspreis käme man bei Schiesser deluxe raus. Hobbys müssen aber nicht ökonomisch sein, also rechne ich nicht, sondern nähe.

Mein Großer zieht am liebsten Shortys an, also Unterhosen mit angeschnittenem Bein. Mein erster Schnittmusterversuch war dafür das Ebook „BoyzWear“ von takatuka-Stoffe. Es wird mit Zwickel und Vorderteil-Abnäher genäht, besteht deshalb aus ziemlich vielen Einzelteilen und ist eher fummelig zu arbeiten. Das Ergebnis fand ich optisch sehr schön (mit Ausnahme meiner suboptimalen Bündchenstoff-Wahl), aber da habe ich mich doch gefragt, ob das wirklich nötig ist, erheblich mehr als eine Stunde Arbeit in einen Schlüpfer zu investieren. Mehr zum Entstehungsprozess kann man hier nachlesen.img_0023

Schneller, weil nur aus zwei Teilen bestehend, ging mein zweiter Versuch: Der Shorty aus dem Lillestoff-Buch „Meine Lieblingskleider„. Wobei ich das relativieren muss: Schneller ging es erst, als ich die Anleitung weggelegt und nach Logik genäht habe. Die Anleitung war nämlich wirklich schlecht. Unbebildert und unlogisch. Mit einer Schneiderlehre mag man das anders sehen, aber ich habe ziemlich geflucht. Hier lässt sich das nachlesen.

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Und zum Ergebnis des Projekts: Der Shorty ist niedlich, aber wozu braucht ein kleiner Kerl einen unechten Eingriff? Entweder ist da was offen, damit er was davon hat, oder man hat eben eine geschlossene Naht. Diesen Fake-Schlitz fand ich merkwürdig.

Mein dritter Versuch war letzte Woche das Freebook „Sara’s underpants“ von Sara & Julez. Das besteht aus drei Teilen; vorn ist eine Teilungsnaht, das Hinterteil ist ein breites Stück mit einem Appendix, der nachher einen nahtfreien Steg zwischen den Beinen bildet. Das fand ich endlich den perfekten Unterhosenschnitt für mich. Dass es zwischen den Beinen keine Naht gibt, finde ich für ein vielbewegliches Kind eine prima Sache, und aus dem gleichen Grund habe ich die Nähte der Bündchen am Bein nach außen gesetzt. Macht man eigentlich nicht, ich weiß, aber bei Unterwäsche geht Tragekomfort vor Optik. Es sei denn, man will Victoria’s-Secret-Engel werden, und das steht in diesem Fall nicht zur Debatte.

Das Bündchen könnte für den großen Stöpsel sogar noch etwas fester sitzen, aber für den ersten Versuch finde ich es gelungen. Er ist im siebten Himmel, dass er aus dem geliebten Drache-Kokosnuss-Stoff jetzt ein Komplettoutfit aus Shirt, Unterhose und Sommerhose hat, und die zeitliche Investition würde ich inklusive Zuschneiden auf etwa eine halbe Stunde schätzen. Das finde ich absolut zumutbar.

Meine drei Versuche haben sich in dem Fall definitiv gelohnt, ich werde meinem Favoriten einen Platz in der Schnittmustermappe freimachen und mehr davon nähen. Muss allerdings bald sein – das Freebook geht nur bis Größe 110…

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