Allgemein · Für Erwachsene

Die Hose ging voll in die Hose

Vor Kurzem war ich mit ehemaligen Kollegen verabredet zum Klettern, in so einem Klettergarten mit verschiedenen Parcours. Am Abend vor dem „Event“ stand ich vor dem Kleiderschrank und habe sinniert, welche Hose ich da wohl anziehen sollte. Es waren 27 Grad angekündigt, eine lange Hose kam mir also zu warm vor. Die meisten meiner kurzen Hosen finde ich aber nur für Freizeit und Urlaub geeignet, nicht für Treffen mit Arbeitskollegen. Einer richtigen Sporthose stand der untrainierte Zustand meiner rückwärtigen Muskulatur entgegen, die wollte ich nicht in Elasthan präsentieren.

Klar, da liegt doch die Lösung auf der Hand: Einfach schnell eine neue Beinbekleidung nähen. Ich wollte eine halblange Hose, lockerer Sitz, Gummizug, unkompliziert. Es war ja schließlich schon Abend. Ich hatte noch einen Meter von diesem tollen Baumwoll-Jersey „Kenny Pusteblumen“ in Mintgrün, den ich bei Nähhimmel gekauft hatte. Den finde ich sehr schön, innen glatt, feste Qualität, und da er für T-Shirts meinem Geschmack nach nicht weich genug fällt, war er für die Hose genau richtig.

Der Uhrzeit angemessen habe ich das Ebook „schnelle Hose“ von „allerlieblichst“ rausgekramt. Das hatte ich mir in der zweiten Schwangerschaft schon mal als Umstandshose genäht und wusste, dass die Dreiviertel-Länge gut passt. Die Hose ist mit einem Bündchen konzipiert. Das war mir zum Klettern nicht stabil genug, deshalb habe ich den Schnitt oben sechs Zentimeter verlängert, um ein drei-Zentimeter-Gummiband annähen zu können. Außerdem habe ich die Hose am Bein so weit verlängert, wie der Schnitt hergab. Unten sollten nämlich auch Bündchen angenäht werden, ich fand aber ein gesäumtes Hosenbein schöner. Außerdem wären zehn Zentimeter Stoff auf gesamter Breite übriggeblieben, und was soll ich damit?DSC_2642
Das Nähen selbst war kein Thema; vier Teile verbinden, Hosensäume und Gummibund = eine halbe Stunde Arbeit. Die Teilungsnähte im Schritt habe ich von außen abgesteppt, weil ich die Vorstellung hatte, dass ich beim Klettern viel Bewegung brauchen werde, und nicht am Ende mit Loch im Schritt am Baum kleben wollte. Die Anprobe nach dem Nähen war ernüchternd. Die Hose ist gemütlich, der Stoff superschön zu tragen, aber sie sieht echt verboten aus. Ich hatte anscheinend nicht genug drauf geachtet, wieviel Stoff eigentlich für die Leibhöhe vorgesehen war, und hätte da verlängern müssen. Die Hose sitzt knapp auf der Hüfte, wäre also für jegliche Art von Sport außer Schach denkbar ungeeignet. Außerdem ist sie extrem formlos und macht dick. Muss man einfach mal so sagen.

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Tja, ich hab sie in den Schrank zu den Schlafanzughosen gelegt. Dorthin, wo auch alle anderen missglückten Nähwerke sich mit Nachthemden und Schlafanzugteilen verbrüdern. Und zum Klettern hab ich eine gut dehnbare kurze Hose angezogen und beschlossen, dass es eine Kollegen-Freizeitveranstaltung ist und man das da darf. Pah!

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