Allgemein · Kindersachen

Mein Ackergaul auf dem Nähtisch

Beim letzten Body-Nähen hatte ich (leider zu spät) überlegt, den Steg abweichend vom Schnitt mit einer geraden Kante abschließen zu lassen. Für meinen Tochter-von-Freundinnen-Urlaubs-Outfit-Beitrag standen noch zwei Bodys nach dem Regenbogenbody-Freebook von Schnabelina auf der Liste, und da konnte ich meinen neuen Gedanken in die Tat umsetzen.

Die gerade Abschlusskante wollte ich zum einen nähen, weil ich das Schließen der Druckknöpfe einfacher finde, wenn sich alle drei Knöpfe gegenüberliegen und nicht auf einer ovalen Lasche aufeinanderzu gezogen werden müssen. Zum anderen störte mich die dicke Stelle an der Seitennaht, die entsteht, wenn man anleitungsgemäß das Vorderteil und Hinterteil unten jeweils einfasst und dann inklusive Einfassungen an den Seitennähten verbindet.

Mein Plan war nun, die Einfassungen erst nach dem Schließen der Seitennähte anzusetzen, und zwar jeweils einmal rund um den Beinausschnitt. An den Druckknopfleisten sollten die Einfassstreifen enden und nach innen eingeschlagen werden. Für die beiden Bodys habe ich gefühlte zehn Meter Bündchenstreifen zugeschnitten, um meinem Einzelfaltschrägbinder seinen bisher größten Auftritt zu bescheren.

Den ersten Body habe ich – passend zu Urlaub am Meer – aus einem Lillestoff-Jersey mit Fischen („Under the sea“) zugeschnitten und die Ärmel etwas länger gelassen. Sonnenschutz und so… Beim Einfassen der vorderen Oberkante musste ich allerdings noch einen gewissen Übungsbedarf bei mir feststellen, da habe ich den Streifen nicht ideal zugeführt und damit eine wellige, zu weiche Kante verursacht. Das konnte ich aber mit gutem Gewissen als „nur nicht perfekt“ verbuchen und habe es nicht wieder aufgetrennt.DSC_2642Das Einfassen hat ansonsten prima geklappt. Die Druckknopfleisten im Schritt wollte ich gern verstärken und musste das logisch vor dem Einfassen erledigen. Ich habe also zwei kleine Streifen aus Bündchenstoff zugeschnitten. An die Kante, die nachher in geknöpftem Zustand oben liegen sollte, habe ich den Streifen rechts auf rechts genäht, nach innen umgeschlagen und festgesteppt. Man sieht ihn dadurch dort kaum, er verstärkt nur von innen den Rand. An der Kante, die am fertigen Stück unten sein soll, habe ich den Streifen in gefalteter Version befestigt (rechte Seite beim Falten außen). Dort habe ich nur die Nahtzugabe abgesteppt. Der Bündchenstreifen verlängert nun also die Kante.

Nach dem Einfassen der Beinausschnitte habe ich die überstehenden Enden des Einfassstreifens mit einem Zentimeter Zugabe abgeschnitten, um den Rand gelegt und dort festgesteppt. Alles, was dann noch überstand, habe ich nah an der Naht abgeschnitten, damit das Urlaubskind keine Stoffknubbel im Schritt hat.

Mit dem Ergebnis bin ich ziemlich zufrieden. Optimieren kann man sicher noch das Versäubern der umgeschlagenen Einfassungs-Enden, aber wer ist schon perfekt?

Der zweite Body aus Bio-Teddy-Jersey von Stoff und Stil bot eine Zusatzschwierigkeit, nachdem ich die Knopfleiste nun gut geschafft hatte: Der Stoff hatte nicht mehr für Ärmel gereicht. Da ich unseren Freundinnen ja gutes Wetter wünsche, habe ich mich gegen Stoffmix entschieden und beschlossen, dem Urlaubskind einen ärmellosen Body zu nähen. Große Frage daran: Schafft meine Coverstitch, beim Einfassen der Schulterlöcher die dicken Stellen sauber mitzugreifen, an denen die Einfassungen des amerikanischen Ausschnitts ankommen? Definitiv: Ohne mein Einzelfaltdingens hätte ich die Aufgabe nicht für Geld und gute Worte mit der Kneifzange angefasst. Einfassen von dicken Stellen ist die Hölle, finde ich. Mir gelingt so gut wie nie, den Streifen ordentlich festzustecken, ohne dass doch irgendwo was rausflutscht oder verrutscht.

An dem Punkt habe ich einkalkuliert, zur Not einen neuen Body zuzuschneiden. Ich wollte aber mal sehen, was meine Coverstitch so kann. Zur Erleichterung habe ich die Einfassstreifen des Ausschnitts sehr sauber an den Schulterkanten abgeschnitten. Meine Beobachtung: Die Maschine ist tolerant und verlässlich, wie ein gutes Ackerpferd. Ohne Stocken und Hüpfen ist sie über alle dicken Stellen geschnurrt und hat mir einen fertigen Schulterbereich präsentiert, den ich erst mal eine Weile bestaunt habe. Toll! Jetzt hoffe ich, dass der Urlaub von Wetterhochs begleitet wird, die diesen Body auch an das Urlaubskind lassen!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s