Allgemein · Kindersachen

Strand-Outfit für die junge Dame

Die kleine Tochter von lieben Freundinnen wird im Juni das erste Mal in den Strandurlaub ausgeführt, ins Warme, und weil ich genieße, auch mal niedliche Mädchensachen nähen zu dürfen, habe ich versprochen, ein paar Stücke zur Strandgarderobe beizusteuern.

Die Mademoiselle ist erst ein gutes halbes Jahr alt, da ist der Aktionsradius noch begrenzt und Sonnenbaden in weiter Ferne. Also konnte ich einfach „schöne“ Sachen nähen, die nicht zwingend praktisch sein oder besonders guten Sonnenschutz bieten müssen. Ich habe mich für zwei Tunikas nach dem Kinderkleid-Schnitt von Klimperklein und drei Bodys nach dem unnachahmlichen Freebook Regenbogenbody von Schnabelina entschieden. Lernen und Beobachten geht auch bei schon genutzten Schnitten, so auch hier:

Für die erste Tunika habe ich einen Rest rosa Affen-Stoff genutzt, der für meine kleinen Stöpsel bisher keine Verwendung fand. Er ist zwar nicht kitschig, aber eben sehr rosa. Deshalb gab es entschärfendes weißes Bündchen für den Ausschnitt.

Ich nähe hier sehr gern den halben amerikanischen Ausschnitt, also eine schlichte Schulternaht auf einer und einen überlappenden Ausschnitt auf der anderen Seite. Für meinen Bandeinfasser hatte ich nicht mehr genug weißes Bündchen und habe es ganz klassisch mit der Nähmaschine angenäht. Gereicht hat es aber noch für eine Bündchen-Paspel vorn, also einen halbierten Streifen Bündchen in der vorderen Teilungsnaht.

DSC_2593Mein Beobachtungs-Erlebnis an diesem Stück hatte ich am unteren Saum. Ich wollte gern den dreifachen Zickzack-Stich verwenden. Ich mag ihn, es ist der einzige, der sich bei mir nie wellt, und optisch finde ich ihn auch schön. Viel einfacher ist ja, wenn man die linke Stoffseite oben hat, weil man den Saum zum Umnähen nach innen klappt und die Kante dann genauer sieht. Als das Stück schon unter dem Nähfuß lag, ist mir aber eingefallen, dass ich irgendwo gelesen habe, man sollte schöne Stiche nie von links nähen, weil sie von unten selten so sauber werden wie von oben. Sicherheitshalber hab ich den Stoff umgedreht, und die Nachschau nach Fertigstellung ergab: Das stimmt.Gut, dass mir das noch eingefallen ist. Ich merk es mir fürs weitere Nähleben.


Mein zweites Teil war der Body aus einem tollen Schiffchen-Jersey, von dem ich bei den ersten Sonnenstrahlen eineinhalb Meter bestellt hatte und der genau noch für einen Body in Größe 74 gereicht hat. Ich habe alle Teile zugeschnitten und dann Einfassstreifen aus dunkelblauem Jersey. Den Body habe ich schon häufiger genäht, und obwohl die Passform für meine eher schmalen Kinder perfekt ist, haben mich zwei Details meist gestört. Erstens ergeben sich an der Seitennaht ziemlich dicke Wülste am Beinausschnitt, und zwar dadurch, dass Vorder- und Rückenteil an der Unterkante einzeln eingefasst und dann beim Schließen der Seitennaht je nach Technik mit acht bis zehn Lagen Jersey aufeinandergenäht werden. Zweitens sind die Stege, die sich zwischen den Beinen treffen und dort zusammengeknöpft werden, zungenförmig angelegt. Das fand ich oft beim Anziehen unpraktisch, weil die mittleren Knöpfe an der jeweils längsten Stelle sitzen und leicht zugehen, die äußeren Knöpfe dann aber ganz schön weit auseinanderklaffen und ordentlich aufeinanderzu gezogen werden müssen. Kauf-Bodys haben meist gerade abschließende Knopfstege, die am Ende umgeklappt und/oder verstärkt sind.

Ich hatte zwar die Zungen schon zugeschnitten, wollte das mit den geraden Stegen aber trotzdem ausprobieren. Deshalb habe ich den Body obenrum fertiggenäht (Ausschnitt, Ärmel, Seitennähte) und anschließend jeweils die Beinausschnitte in einem Rutsch eingefasst.

DSC_2589Ich habe also am Ende des Steges begonnen, hoch zur Seitennaht eingefasst und auf der anderen Seite wieder nach unten. Die unten offenen Kanten habe ich umgeklappt und mit Zickzack-Stich vernäht.


Na ja, besonders schön sieht das leider nicht aus, und ich muss wohl auch auf zartfühlende Behandlung der Druckknöpfe durch Mademoiselles Eltern hoffen. Aber der Gedanke war gut, nächstes Mal schneide ich besser zu, und eine Verstärkung könnte ich ja auch noch in Erwägung ziehen. Für mich bedeutet diese Art Verschluss jedenfalls eine Optimierung des Schnabelina-Bodys. Zwei hab ich noch versprochen, macht zwei weitere Gelegenheiten zum Verbessern!

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