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Mein neues Nähmaschinen-Dingens

Letzte Woche habe ich meine Vernunftschwelle überwunden und mir einen sündhaft teuren Einzelfaltschrägbinder für die Coverstitch-Maschine gekauft. Ich finde das ein perfektes Wort für „Galgenmännchen“ und ein abartiges Wort für den Alltagsgebrauch. Bei mir heißt es deshalb kurz „Einzelfaltdingens“. Es ist ein monströs aussehendes Metallteil, das bei korrekter Anwendung einen vorher auf korrekte Breite geschnittenen Stoffstreifen in einem Schritt auf der Oberseite nach innen faltet, um den zu säumenden Stoff legt und annäht. Klingt traumhaft, oder?

DSC_2583.JPGSo weit denke sogar ich in meiner Euphorie mit, dass man bei so einem Konstrukt besser erst mal einen Testlauf macht. Hab ich auch. DSC_2582Der lief blendend, und ganz beflügelt habe ich daraufhin ein Raglan-Shirt zugeschnitten und in der Bündchen-Kiste nach einem Reststreifen in einigermaßen passender Farbe gewühlt. Ich bin bei hellblauem Interlock-Jersey geendet. Boah, und das war ein Frust-Erlebnis sondergleichen. Ohne die mühseligen technischen Details auszubreiten, lief da nichts mit Falten – Umlegen – Annähen. Ich hatte nachher ein knautschiges, unregelmäßiges Etwas am Ausschnitt.

In meinem ersten Frust habe ich entschieden, dass das als Schlafanzug reichen muss und ich die Einfassung schon aus Prinzip nicht wieder auftrenne. Konsequenterweise habe ich den Ausschnitt dann geschlossen. Ein paar Tage und drüber-schlafen-Nächte später habe ich mir das unglückselige Ding noch mal angesehen und beschlossen, dass ich nicht mal einen Schlafanzug so unsäglich hässlich lasse. Das geht an die Ehre.

Also habe ich das Einfassteil abgetrennt, bin aber meinem „dann eben nicht“-Prinzip zumindest so weit treu geblieben, dass ich unpassende Bündchen- und Garnfarben genutzt habe. So ganz ließ sich der Trotz nicht vertreiben.

Immerhin war das eine gute Gelegenheit, mal einen anderen Raglan-Schnitt zu testen. Ich hatte dem großen Stöpsel bisher ein paar Shirts nach dem Schnitt aus dem „Klimperklein„-Buch „Nähen mit JERSEY – kinderleicht!“ von Pauline Dohmen genäht. So richtig ideal fand ich die aber nicht; der Halsausschnitt ist sehr eng bemessen, und beim Anziehen knackt es immer wieder im Gebälk.

Dieses hier ist das Shirt Zipp&Zapp von Jojolino. Es hat einen erheblich größeren Halsausschnitt. Den finde ich schon fast wieder zu groß, ansonsten sitzt das Shirt sehr gut – wobei der Große ein vollkommen unwilliges Modell ist und der kleine Stöpsel für beide Shirts als Modell herhalten musste. Ich finde aber die schmalen Ärmel gut, das geht auch im Test an Baby-Armen. Beim nächsten Mal würde ich wahrscheinlich einfach einen halben Zentimeter Nahtzugabe am Halsausschnitt geben, wo eigentlich keine hingehört. Dann müsste die Größe für meine persönlichen Vorstellungen perfekt sein.

Tja, und mit dem Einzelfaltdingens werde ich wohl einfach noch viel üben müssen. Ich habe aber schon den Tipp bekommen, dass Interlock ein ungeeignetes Material ist. Der erste Lernerfolg ist damit schon erzielt. Man soll sich ja auch an den kleinen Fortschritten freuen…

Ein Kommentar zu „Mein neues Nähmaschinen-Dingens

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