Allgemein · Kindersachen

Wir nähern uns dem Ideal

Auf dem Rückweg von der Leipziger Buchmesse im Februar habe ich gleich im Zug die Grundlagen-Tipps im „Klimperklein„-Buch „Kinderleicht – Nähen mit Jersey für Kids“ von Pauline Dohmen gelesen (Frech Verlag 2015). Neu war mir zu dem Zeitpunkt die Technik, einen Gummibund nicht mit Tunnel an der oberen Hosenkante zu fabrizieren, sondern den fertigen Gummiring erst an der linken Stoffseite festzunähen und das Ganze dann nach innen umzuklappen. Eine abschließende Steppnaht sollte das Konstrukt fixieren, den Gummi verdecken und einen eleganten Bauchbereich produzieren.

Anfang Mai hat sich das erste Mal ergeben, das zu testen. Der erste Versuch war ein Desaster. Ich hatte selbstbewusst gedacht, dass ich ja bei Bündchen inzwischen versierte Gefühls-Dehnerin bin, mir das Stecken sparen kann und der Unterschied zwischen Bündchen und Gummiband so schwer nicht sein kann.

Das Ergebnis war eine Leggings, die am Po straff geglättet war und vorn eine krumpelige Stoffballung hatte. Sie ist gestern in den Müll gewandert. Die konnte man nicht mal guten Gewissens verschenken; das Stöpselchen hatte von dem Gemurkse Druckstellen am Bauch.DSC_2382

Der zweite Versuch, bei dem ich brav Stoff und Gummiband mit Stecknadeln geviertelt hatte, klappte schon deutlich besser. Allerdings hatte ich dabei sehr dünnen, weichen Jersey für eine luftige Sommerhose am Wickel, und der Kontrast zwischen diesem Stoff und dem widerspenstigen Gummiband hat kein besonders makelloses Ergebnis gebracht. Außerdem hatte ich auch nicht genug drüber nachgedacht, wieviel zusätzliche Nahtzugabe das Gummiband-Umklappen verbraucht. Diese Sommerhose sitzt dadurch jetzt eher körpernah im Schritt. Immerhin dehnt sie sich…

Letzte Woche habe ich frohen Mutes einen dritten Versuch gestartet, nachdem ich ja immerhin einen Fortschritt hatte erkennen können. Aus dem Rest Pusteblumen-Jersey „Kenny“ von meinem Blusen-Upcycling, den ich ja für T-Shirts zu dick fand und finde, habe ich eine Klimperklein-Babyhose zugeschnitten. Dafür ist der Stoff perfekt. Ich habe dieses Mal sowohl unten als auch oben richtig ordentlich Nahtzugabe drangegeben. Oben wollte ich einen relativ breiten Hosengummi annähen, unten Tunnel für Hosenbein-Gummis formen. Die Hose ist dem Stöpselchen noch sehr üppig lang, und mit Hosenbein-Gummis bleibt sie über den Schuhen.

DSC_2505Dieses Mal, mit dem festeren Stoff und vorbildlichem Stecknadel-Vierteln, hat es nahezu perfekt geklappt. Man selbst ist oft noch kritischer als Dritte, aber an der Hose habe nicht mal ich etwas auszusetzen. Außer vielleicht, dass der blöde Unterfaden mittendrin zu Ende war, ich neu ansetzen musste und die Steppnaht dadurch am Rücken zwei Riegelstellen hat. Aber ich sehe ein, dass das vernachlässigt werden kann. Mit dem Maß an Nahtzugabe bin ich auch sehr zufrieden. Die Hose wird in der Länge ganz sicher auch noch im Herbst passen, und im Schritt lässt sie genug Bewegungsfreiheit für ausgiebiges Klettern und Turnen. Hach, eine schöne Erfahrung!

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