Allgemein · Für Erwachsene

Muttertagsgeschenk

Klar, dass die beste Mama der Welt zum Muttertag etwas Genähtes bekommen muss, oder? Und das sollte auch nicht einfach ein Standard-Shirt sein, sondern etwas Tolles. Ich habe mich mal forsch an den Schnitt „Winterjacke Cozy“ von kullaloo gewagt. Auf Makerist ist der sehr unschön verlinkt als „Winterkacke“. Och, dafür fand ich ihn echt nicht schlecht.


Schön ist schon mal, dass die Nahtzugaben im Schnittmuster enthalten sind, das weiß ich beim Nähen mit Perfektionsanspruch mehr und mehr zu schätzen. So schwer wie hier habe ich mich allerdings noch nie mit der Stoffauswahl getan. Ich wollte es ja perfekt haben, und festgelegt hatte ich mich nur auf das Innenfutter aus dem orange-grünen Stepper, aus dem ich neulich schon eine Weste für den Großen genäht hatte. In meinem Terminkalender fehlte eine Lücke für einen ausgiebigen Gang zum Stoffladen. Darum habe ich online je drei verschiedene Außen- und Futterstoffe bestellt. Irgendein Verwendungszweck wird sich für die Verworfenen schon finden.

Als Außenstoff habe ich einen doofen glatten Stoff verworfen, der mich an Schultafel erinnerte, und einen grauen Outdoor-Stoff, der sich eher wie Gartenstuhlpolster anfasste. Für das Futter habe ich einen silbergrauen und einen nadelgestreiften hellgrauen Stoff beiseitegelegt. Damit blieben als Stoffe der Wahl ein mattgrauer, leicht silbrigweich glänzender grauer Wetterstoff und als Ärmelfutter ein tannengrüner Viskosestoff. Für die kleinen Kontraste in der Außenansicht habe ich mich für orange entschieden (Kordel, Reißverschluss, Kapuzenfutter und Garn). Auf den Zottelpelz an der Kapuzenkante habe ich verzichtet. Meine Mutter hätte ziemlich sicher Zustände gekriegt, wenn diese Polyesterflusen am Gesicht gekitzelt hätten. Meine Polyester-Aversion ist nämlich unzweifelhaft ererbt.


Auf der Anleitung steht eine geschätzte Arbeitszeit von fünf bis sieben Stunden. Das kommt mir in der Rückschau ausgesprochen realistisch vor, und die Zeit vergeht außerdem sehr schnell. Die Anleitung ist in Kapitel unterteilt, man kann also nach und nach mit stolzschwellender Brust abhaken, was man schon geschafft hat. Zwischendrin sind ab und zu kleine Sprechbläschen mit brauchbaren Tipps – ja, ich hätte sonst vergessen, den Aufhänger rechtzeitig zwischen Futter und Kapuze einzunähen!

Nein, perfekt ist die Jacke nicht geworden. Ich habe den Saum der Jackeneingrifftaschen einmal nach links und einmal nach rechts umgenäht und wollte es nicht auftrennen, weil ich den schön verriegelnden Dreifach-Geradstich gewählt hatte. Das ist jetzt ungleich. Schlimmer ist mein Denkfehler beim Messen. Ich habe die Armlänge ab der Schulternaht ausgemessen, beim Schneiden aber nicht dran gedacht, dass ich es hier mit einer Raglan-Konstruktion zu tun habe. Jetzt fehlen den Ärmeln genau die vier Zentimeter zwischen Kapuzenansatz und Schulter. Wie ich das behebe, bin ich mir noch nicht schlüssig geworden.

Wichtig ist aber: Ich hab die richtigen Farben und Stoffe ausgesucht, viel Liebe ins Werk gesteckt und meine Mutter glücklich gemacht. Was will man am Muttertag mehr?!

Ein Kommentar zu „Muttertagsgeschenk

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