Allgemein · Für Erwachsene

Technik, die begeistert

In den letzten Tagen hat sich eine feine Staubschicht im Nähzimmer abgelagert. Die kleinen Stöpsel hatten ausgesprochen freizeitfeindliche Abende und Nächte, und wenn dann wirklich mal Ruhe im Hause war, hat in der Abwägung zwischen Nähen und Lesen doch zu oft mein neues Buch gewonnen.

Geburtstage sind aber nun mal feste Daten, und zu einem Geburtstag heute wollte ich eine „Joggingbüx“ von LuMaLi verschenken. Da musste eine Nachtschicht sein.

Beim Papier-Ausschneiden konnte ich mir gerade so eine Glücksträne im Auge verkneifen. Die Nahtzugabe ist enthalten (genial für „passt so übern Daumen“-Zuschneiderinnen wie mich), und auf den einzelnen Blättern ist beschriftet, welche Ränder zum Abschneiden und welche zum Ankleben sind. Endlich kein „links und oben, links und oben“-Mantra beim Schneiden!
  Die Anleitung ist gut verständlich, der Schnitt unkompliziert, selbst die Beuteltaschen sind auch für Anfänger pannenfrei machbar. Ich musste zwar zweimal auftrennen, aber das war nur Uhrzeit und Konzentrationsmangel geschuldet, nicht der Anleitung. Und es waren zum Glück Geradstiche, keine Overlock-Nähte!

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Die Hose habe ich in XL und Lang genäht, das kam meinen Mess-Ergebnissen jeweils am nächsten. Weil mir die Hose aber relativ weit vorkam, wollte ich lieber ein Band ins Bündchen einziehen. Es war zu spät für Einschlagösen – das Stöpselchen hat einen leichten Schlaf -, also mussten es Knopflöcher sein. Ich geb es ungern zu, aber ich hatte noch nie einen Knopflochfuß genäht. Meine Uralt-Maschine hatte einzelne Stiche für alle Richtungen im Knopfloch, da musste man nur das Stellrad weiterdrehen, und seit der neuen Maschine (eineinhalb Jahre) war ich immer auf Druckknöpfe ausgewichen. Dieser Knopflochfuß war mir immer irgendwie suspekt.

Gestern hab ich mich mal mit der Anleitung davorgesetzt, und siehe da: So schwer ist das gar nicht! Ich hab den Fußschalter rausgezogen, alle Schritte der Anleitung befolgt („Ziehen Sie den Knopflochhebel soweit es geht gefühlvoll nach unten“, scheint also Erfahrungswerte mit handfesten Anwenderinnen zu geben) und auf den grün leuchtenden Startknopf gedrückt. Zehn Sekunden später hatte ich ein perfektes Knopfloch. Technik, die begeistert!

Weniger begeistert war ich von meiner Coverlock-Maschine. Ich wollte gern, dass sie sich heute mal nach meinen Wünschen richtet und eine drei-Faden-Naht an den Fußsaum anbringt. Normalerweise arbeite ich mit zwei Fäden, das finde ich für Kinderkleidung schöner. Nach etwa zehn Zentimetern ist der mittlere Faden gerissen. Einer reißt immer bei drei Fäden. Ich glaub, die Maschine hat dazu einfach keine Lust. Einen nachvollziehbaren Zusammenhang konnte ich nämlich noch nie finden. Na denn nich. Ich hab also beide Säume mit den zwei äußeren Nadeln genäht, das Stück Mittelfaden aufgetrennt und dann als Spielerei eine Zickzack-Naht dazwischengesetzt.

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Im Ergebnis passt die Hose gut, die Größen finde ich sehr maßgerecht, sie näht sich leicht und zeigt mit der Sattel-Paspel auf der Rückseite eine schöne Kontur. Auf jeden Fall ein Anwärter für die Dauer-Favoritenliste!

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